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#1

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 01.06.2008 16:55
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Die nordischen Mythen sind den kontinentalgermanischen Mythen ähnlich.
So sehr, dass man davon ausgeht, dass es ursprünglich eine Göttergesellschaft war und sich Kulte, Namen und Mythen in den verschiedenen Räumen im Laufe der Zeit auseinander entwickelt haben.
Die nordische Mythologie war an keine religiösen Gesellschaft gebunden und entsprang keinem zusammenhängenden religiösen System.
Sie war also nie „ Religion“ im herkömmlichen Sinn. Es gab auch keine Instanz, die den Glaubensinhalt festlegte.
Die Mythen waren eher ein theoretischer Überbau für bestimmte Kultformen und hatten wenig mit Glauben in unserem Sinne zu tun.
Leider gibt es nur sehr wenige schriftliche Zeugnisse aus der Zeit der mythischen Kulte, in Metall oder Stein geritzten Runeninschriften.
Die meisten Quellen stammen aus römischen und christlichen Schriften,und sind weder aus erster Hand noch sind sie neutral.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#2

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 01.06.2008 17:08
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Die Götterwelt der Germanen begründet sich auf drei Geschlechter, die alle aus dem Urchaos und einem Urrind hervorgingen:
Das Geschlecht der Riesen und Ungeheuer, zu denen praktisch alle bösen Wesen gehörten, die auch für Naturkatastrophen verantwortlich gemacht wurden, kam als erstes auf die Welt. Riesen stehen für die chaotischen, unzähmbaren und den Menschen und alles Sein bedrohende Naturgewalten (Erdbeben, Fluten, Eis, Feuer, Kälte, ..)Jötunn (an. iötunn, ahd. enz, aeng. eoton, dä. jætte, sv. jätte) ist eine Bezeichnung für Riesen in der altnordischen Mythologie.
Der Name leitet von dem verb essen (ahd. ezzan) ab, womit sich die Bezeichnung als die Gefräßigen übersetzen ließe. Es wird sowohl für weibliche als auch für männliche Riesen verwendet.
Die Jötunen wohnen in Jötunheim, das jenseits der von Menschen bewohnten Erde liegt. Der Herr dieses Reiches, das mit dem Totenreich zusammenfällt, ist Utgardloki.
Sie sind die Nachkommen des Urriesen Ymir und lebten bereits vor der Geburt der Götter.
Dieses Geschlecht hat die Macht, die Welt zu vernichten. Damit dies nicht passiert, wurden Wanen und Asen geschaffen.

Den Asen und Menschen gegenüber sind sie teils (wie zum Beispiel Ägir und Mimir) freundlich gesinnt.
Andere Jötunen stellen Bedrohungen für die Asen dar. Thor bekämpft sie deshalb ständig. Dieser Kampf wird bis zu Ragnarök anhalten.
Asen und Wanen halten das Kräfteverhältnis im Gleichgewicht, bis sich das Schicksal der Götter in einem finalem Kampf erfüllt, infolgedessen es zu einem Krieg zwischen Riesen und dem Asen-Wanen-Bund kommt, dem sich die gefallenen Menschenkrieger anschließen und in dem die ganze Welt vernichtet wird, um wiedergeboren zu werden.

Das zweitälteste Geschlecht, die Wanen, wurden als äußerst geschickt, erdgebunden und weise verehrt und lebten ewig, sofern sie nicht erschlagen wurden.

Das jüngste Geschlecht, die Asen, galten als äußerst mutig und stark, aber nicht sehr klug, was man auch in der Edda nachlesen kann.
Ihr Ewiges Leben verdanken sie einem Trunk, der sie gewissermaßen abhängig von den Wanen machte.

Trotz allem war es der Ase Odin, der Midgard, die Mittelerde, und somit die Welt der Menschen schuf.

Hauptgott der Wanen war Tyr
Hauptgott der Asen war Odin.

Asen und Wanen fochten einen großen Krieg aus, bei dem die Asen als Sieger hervorgingen, wobei die Wanen weiterhin eine geachtete Stellung inne hatten.
Beide Geschlechter lebten versöhnt und nebeneinander, bis die Christianisierung der Germanen einsetzte.
Daraus ergeben sich auch verschiedene Schöpfungsmythen:
so ist sowohl Tyr als auch Odin Schöpfer der ersten Menschen.

Odin war ursprünglich der Hauptgott der Westgermanen, wobei er sich nordwärts über ganz Europa verbreitete.
Für die Nordgermanen spielte ursprünglich Nerthus eine große Rolle, doch schon früh verschmolz ihr Kriegsgott Wodan mit dem Kriegsgott Odin und wurde so zum Hauptgott.
Auch die Ostgermanen übernahmen Odin schließlich als Hauptgott.
Daher wird in der Nordgermanischen Religion Odin immer als oberster Gott angesehen.

Odin war ein Gott über alle anderen Götter. Odin war zuforderst Kriegs- und Todesgott, und erst in zweiter Linie ein Weiser.
Der Name "Odin" leitet sich vom altnordischen Wort "óðr" her, das "wild, rasend" bedeutet.
Daher war er der Gott der Ekstase und des rasenden Kampfes. Er war nicht ein nordischer, sondern ein gemeingermanischer Gott.
Er war auch Hauptgott der Angeln, der Sachsen, die ihn Wodan nannten, was Inschriften bekräftigen.
Die Sage um Odin reicht auch weit zurück, denn bereits die Römer wussten, dass die Germanen einen Gott verehrten, der ihrem Merkur ähnelte.
Odin hatte nur ein Auge, das andere hatte er dem Jöten Mime verpfändet, der über den Brunnen der Weisheit am Lebensbaum Yggdrasil gebot, wofür er aus dem Brunnen trinken durfte -er opferte also sein körperliches Auge für ein geistiges, mit dem er Dinge sehen konnte, die anderen verborgen waren.
Auch die Magie der Runen hatte er von Mime gelernt.
Nach der Völuspá hatte Odin einst den ersten Krieg verursacht:
"In die Feinde schleuderte Odin den Speer. Das war der erste Kampf der Völker."
Als Ekstatiker und Magier war Odin in der Lage, seine Gestalt zu wechseln.
Woher dieser schamanistische Zug in Odin kommt, ist nicht bekannt, möglicherweise aus dem Osten, wo der Schamanismus verbreitet war.
Thor war vor allem der Gott der Bauern.
Er ist der einzige, über den die Skalden Heldenlieder verfassten, z.B. die Þórsdrápa des isländischen Skalden Eiliv Gudrunsson.
Seine wichtigste Eigenschaft war seine gewaltige Kraft. Darüber hinaus hatte Thor seinen Hammer Mjölnir.
Thor beschützte sowohl Götter als auch Menschen gegen die Jöten, die feindlichen Mächte in der Welt.
Thors Kampf mit der Midgardschlange ist der Mythen liebstes Thema.
Diese war ein eiterspeiender Wurm draußen im Ozean, der so lang war, dass er den Erdkreis umfasste.

Odin und Thor gehörten zu den Asen. Zu dieser Göttergruppe zählten auch Balder, Heimdall, Bragi und Ullr.
Loki oder Loge (Lofn oder Loptr; norddeutsch von logi „Feuerbringer”, „Lohe”(?), „Luftgott” und „Lügengott"; ) ist das Kind zweier Riesen, dennoch einer der Asen. Durch „Blutsbrüderschaft“ steht er in besonderer Beziehung zu Odin.
Frigg, Odins Frau, Siv, die Frau Thors, und Idun waren Wanen.

Daneben gab es noch Nornen, Folgegeister und Walküren.
Sie alle hatten ihre Aufgabe und Rolle in der sozialen Weltordnung wie auch bei der Beschreibung von Naturereignissen.
Die Nornen Urd, Verdandi und Skuld spinnen den Lebensfaden eines jeden Menschen.
Die Folgegeister sind Geister, die die Menschen begleiten, die Walküren Odins Sendboten.
Hinzu kommen weitere Wesen in der Natur: Zwerge, Elfen und Geister.
Die Jöten waren die Hauptwidersacher der Asen.
Sie symbolisierten die unbeherrschbaren Naturkräfte.
Ihr Stammvater war die Kampfgestalt Ýmir, der der Urgund der geschaffenen Welt war.
Als Odin Ýmir tötete, entstanden aus seinem Blut Bäche, Flüsse und das Meer, aus seinen Knochen wurden die Steine, sein Fleisch die Erde und seine Haare das Gras und der Wald. Sein Schädel ist das Himmelsgewölbe.
Die ersten Menschen, Ask und Embla, wurden allerdings von Odin erschaffen.

Ein anderes Göttergeschlecht waren die Wanen.
Zu ihnen gehörten Freyr und Freya. Ihr Vater Njörðr wurde von den Asen in Vanaheimr geschaffen und wuchs dort auf.

Die Wanen waren Fruchtbarkeitsgötter.
Zwischen Wanen und Asen gab es Krieg, der aber mit einem Bündnis endete.

Es gibt Spekulationen über einen historischen Hintergrund, nämlich dass asengläubige Krieger wanengläubige Bauern unterworfen hätten oder einfach nur der Wanenkult von einem Asenkult abgelöst worden sei oder auch, dass hier verschiedene Lebensentwürfe gegeneinander gestellt werden sollten.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#3

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 02.06.2008 07:55
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Odin/Wodan
von Wikipedia

Odin oder südgermanisch Wodan, altisländisch Óðinn, altenglisch Wōden, altsächsisch Uuoden, althochdeutsch Wuotan, gemeingermanisch *Wôðanaz, ist der Hauptgott in der nordisch-germanischen Mythologie und Religion, wie sie in den eddischen Dichtungen vorgestellt wird.

Etymologie und Herkunft

Etymologie

Der Name Wodan entstammt einem Wortgeschlecht, das eine westliche Dehnform zum indogermanischen *wat „anblasen, anfachen“, im übertragenen Sinn „inspirieren“, darstellt, verwandt mit altindisch vátati. Das mittelhochdeutsche und althochdeutsche wuot neuhochdeutsch Wut entstammt ebenfalls diesem indogermanischen Wortgeschlecht, entsprechend altnordisch ódr, mit der Bedeutung von „Stimme, Gesang, Leidenschaft, Dichtung“, verwandt mit gemeingermanisch *wōda „besessen, erregt“. Diese Bedeutungen sind charakteristische Darstellungen der Wesenhaftigkeit und der Handlungsmaximen Odins/Wodans. Besonders in der Stellung Wodans zum Kampf und der kriegerischen Auseinandersetzung verdeutlicht sich dieses wesenhafte Merkmal des Ungewöhnlichen, des Widernatürlichen; und vergegenwärtigt den Ausnahmezustand eines germanischen Volkes oder Stammes als wodanische Gemeinschaft im Krieg (z.B. die Franken vor der Christianisierung).

Herkunft

Als früheste Nachweise der Gottheit wurden Felsbilder in Skandinavien gedeutet, die übermannsgroße Figuren in phallischer Pose und mit einem Speer bewaffnet zeigen.Diese Deutungen sind aber umstritten und beruhen auf den spätheidnisch-skandinavischen schriftlichen sowie bildhaften Darstellungen Odins als einer mit einem Speer attributierten Gottheit neben Thor mit seinem Hammer und Tyr als Schwertgott.

Tacitus lehnt Wodan/Odin an den römischen Gott Merkur an, den zuvor schon Caesar namentlich so erwähnt. In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde Wodan in der Germania Inferior durch Weihesteine geehrt, die in der Regel von Germanen gestiftet wurden, die in römischen Militär- oder Staatsdiensten standen. Die Steine tragen Inschriften, die den Namen Merkurs mit germanischen Begrifflichkeiten paaren, seien es Bezüge zu Örtlichkeiten, zu einzelnen Stämmen oder Namensformen mit anderen Bezügen. Beispielhafte Inschriften sind „Mercurius Cimbrianus“ – Wodan der Kimbern und „Mercurius Leudisius“ – als Wodan von Lüttich.

Die Deutungen der Felsbilder führten neben anderen Aspekten in der Forschung zu einer ungeklärten Streitfrage. Auf der einen Seite die in Anlehnung an G. Dumezil und anderen vertretene These, dass Wodan/Odin eine gesamtgermanische Götterfigur seit indogermanischen Zeiten her sei. Und auf der anderen Seite die These der allmählichen Wanderung Wodans und dessen Kults, die sich vor der Zeitenwende in dem niederrheinisch-nordwestdeutschen Raum bzw. Tiefebene entwickelte und ausbreitete und den alten Hoch- und Himmelsgott Tiwaz aus dessen Stellung verdrängte. Und diese Prozesse angesichts der Auseinandersetzungen mit Rom und den innergermanischen Verhältnissen.

Schriftzeugnisse im kontinental-germanischen Bereich sind spärlich, hauptsächlicher Nachweis sind hier spätere, zum Teil nach der Christianisierung verfasste Quellen (Edda), die die im Brauchtum tief verwurzelten Erinnerungen an die heidnische vorchristliche Zeit und deren religiöse Riten und Mythologien reflektieren.] Zudem ist in den isländisch-eddischen Schriften des Hochmittelalters der Einfluss der Christianisierung und sowohl christlicher als auch griechisch-römischer Vorstellungen auch und gerade bei der Darstellung Odins zu erkennen.

Wodan in der kontinentalen Überlieferung
Wodan ist der bestbezeugte Gott bei den germanischen Stämmen und Völkern der Wanderungszeit, unter dem Gesichtspunkt der raren primären Quellenlage:

* Alemannen: Die Runenfibel von Nordendorf (Anf. 7. Jh.) nennt die Götter Wodan und Donar. Ein weiteres Zeugnis berichtet von den irischen Missionaren Columban und Gallus (um 600), die bei Bregenz eine Gruppe vom Stamm der Sueben antrafen, die dabei waren, dem Wodan ein Bieropfer darzubringen.
* Franken: Im zweiten Merseburger Zauberspruch erscheint Wodan als geschickter Magier, der das verletzte Pferd des Gottes Phol heilte.
* Langobarden: Der Gelehrte Paulus Diaconus erzählt eine Sage, wie Frea ihren Mann Wodan überlistete.
* Angelsachsen: Im Neunkräutersegen wird Woden namentlich angeführt und erscheint dort als möglicher Runenzauberer.
* Sachsen: Das sächsische Taufgelöbnis nennt in dieser Reihenfolge die Götter Donar, Wodan und Saxnot.

Odin in der nordischen Mythologie

Odin ist eine der komplexesten Gestalten in der nordischen Mythologie. Er ist nicht zu verwechseln mit Alfadur (wiewohl er diesen Titel als Beinamen führt), denn Alfadur ist der ewige, unerschaffene Gott, Odin ist aber ein erdgeborener Gottkönig. Odin wurde in den altnordisch-isländischen mythologischen Schriften und Sagatexten zahlreiche Beinamen beigefügt. In Form der so genannten Kenningars; siehe dazu Liste der Beinamen Odins.

Zusammenfassung aus der Lieder- und Prosa-Edda

Aus den salzbereiften Steinen leckte die Kuh Audhumbla den Riesen Bure; dieser bekam einen Sohn, Bör, welcher sich mit der Riesentochter Bestla vermählte und mit ihr Odin, Vili und Vé zeugte. Die letzteren beiden verlieren sich aus der Asengeschichte, werden selten erwähnt und haben wenig getan; Odin aber waltet mächtig, schöpferisch, durch alle Zeiten hindurch, bis zum Weltuntergang – dem Götterschicksal Ragnarök. Die erste Tat der drei vereinten Brüder war, dass sie gegen den Joten Ymir auszogen, ihn erschlugen und aus seinem Leichnam die Welt bildeten. Die Welt war durch Ymirs Blut überschwemmt und es rettete sich nur ein Paar, der Riese Bergelmir und dessen Frau. Nachdem die Erde gebildet war, bevölkerte Odin diese, indem er ein Menschenpaar, Ask und Embla, erschuf. Allein das Riesengeschlecht pflanzte sich gleichfalls fort, und so war von Anfang an der Streit zwischen dem Guten und dem Bösen gelegt, in welchem auch Odin selbst untergeht, da er doch nur ein endlicher Gott ist.

Odin ist überaus weise. Sein Wissen verdankt er zwei Raben Hugin und Munin, die auf seinen Schultern sitzen und ihm alles erzählen, was auf der Welt geschieht, weshalb er auch der Rabengott heißt; ferner einem Trunk aus Mimirs Brunnen, wofür er ein Auge verlor, daher auch der Einäugige genannt wird. Den köstlichen Skaldenmet wusste er sich durch seine List und männliche Schönheit von Gunlöda zu verschaffen, ist daher auch Dichterkönig und führt den Beinamen Liodasmieder (Liedermacher, Verseschmieder).

Odins Gattinnen und Geliebte sind: Jörd (Mutter des Thor), Rinda (Mutter des Vali), Frigga die Asenkönigin (Mutter des Balder, Braga, Hermode und Tyr), Grydur (Mutter des Vidar), neun reine Riesenjungfrauen von unendlicher Schönheit, welche alle neun, am Meeresstrand schlafend, zugleich Mütter des Heimdall wurden; Skade, früher Njörds Gattin (von O. Mutter des Semming und vieler anderer Söhne), Gritha (Mutter Skiolds); ferner erfreuten ihn mit ihrer Gunst die Riesentochter Gunlöda und Laga, die Göttin der Gewässer.

Odin wohnt in Asgard, wo er drei Paläste hat: Walaskialf und Gladsheim mit Walhall. Von dem ersten vermag er die ganze Welt zu überschauen; der zweite ist zu den Versammlungen des Götterrats bestimmt; darin befindet sich die Halle, in der sich um ihn alle Helden der Erde sammeln, um mit ihm gegen die den Weltuntergang herbeiführenden Mächte zu kämpfen. Diese Helden heißen Einheriar, werden auf dem Schlachtfeld (Walstatt) durch die Walküren mit einem Kuss zum Festmahl Odins eingeladen und erwarten dort unter fortwährendem Festgelage und Kämpfen die Götterdämmerung (Ragnarök).

Selbst ein Freund des Zechens und der Schlachten, lässt Odin sich stets von zwei Walküren, Rista und Mista, mit goldenen Pokalen bedienen und kämpft mit den Einheriars auf seinem achtfüßigen Ross mit einem nie das Ziel verfehlenden Speer; doch helfen ihm weder seine Helden noch seine Waffen: Der Weltuntergang bringt auch ihm den Tod.[16]

Odins Selbstopfer

Odin ist beharrlich auf der Suche nach Weisheit. Er gibt ein Auge als Pfand gegen einen Schluck aus Mimirs Brunnen, um seherische Kräfte zu bekommen. Er raubt von der Riesin Gunnlöd den Skaldenmet Odrörir und bringt ihn in Adlergestalt zu den Göttern. Als Opfer für die Menschen hängt er im Weltenbaum Yggdrasil, verwundet von seinem eigenen Speer. Er hängt dort während neun Tagen und Nächten („Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht, mir selber ich selbst, am Ast des Baums, dem man nicht ansehen kann, aus welcher Wurzel er spross“; aus Odins Runenlied 138), wobei er die Runen ersinnt (Odins Runenlied in der Hávamál der Lieder-Edda).



Odin reitet jeden Morgen auf seinem achtbeinigen Ross Sleipnir und mit seinen beiden treuen Raben Hugin und Munin („Gedanke“ und „Erinnerung“) über den Morgenhimmel und erkundet die Welt. Seine Wölfe Geri und Freki („Gierig“ und „Gefräßig“) helfen ihm bei der Jagd. Er besitzt den goldenen Zwergen-Ring Draupnir und den Speer Gungnir, mit dem er den ersten Krieg in die Welten (Asgard, Midgard und Utgard, Wanaheim, Schwarzalbenheim, Lichtelfenheim, Helheim, Niflheim, Muspelheim) brachte, als er ihn ins Heer der Wanen warf. Weiterhin hat er den abgetrennten Kopf des Riesen Mimir, der die Zukunft vorhersagen kann. Von seinem Thron Hlidskjalf aus (er steht in Valaskjalf; siehe auch: Sökkvabekk oder Gladsheim) kann Odin alles sehen, was sich in der Welt ereignet.

Odin trägt einen Wunschmantel, der ihn an die Orte bringt, an denen er sich aufhalten will.

Brauchtum

Ausgehend von der Etymologie Wodans hat sich die Vorstellung im Volksglauben bis in die Neuzeit erhalten und tradiert, dass sich zur Zeit der Herbststürme Wodan in der wilden Jagd (dänisch-schwedisch Odensjakt) mit dem Heer der Verstorbenen durch den Himmel bewegt. Die wilde Jagd heißt im Nordischen auch Asgardareid. Odin und Frigg nehmen dort gemeinsam teil. Wodan als der Herr der Toten und Stürme (hier besonders die Herbststürme) kam bei den heidnischen Herbstfesten eine besondere Rolle zu. In den altsächsischen Siedlungs- und Sprachgebieten hielt sich bei Erntedankfeiern bis ins 16. Jahrhundert der Brauch, „Woden“ zu Ehren Bier als Trankopfer auszugießen und Tänze aufzuführen.

Jacob Grimm zeigte, dass besonders Erntesprüche und damit verbundene Segenssprüche auf Wodan Bezug nahmen. Vor allem in den ehemaligen sächsischen Gebieten, dem heutigen Niedersachsen und Westfalen, aber auch den sächsischen Siedlungsgebieten in England, wo der Wodanskult tief in den Stammes-Sagen verwurzelt war und auf das tradierte Brauchtum bis in die Gegenwart abstrahlt. Grimm führte z.B. aus den mecklenburgischen und besonders aus dem schaumburg-lippischen Landen folgende Erntesprüche in den jeweiligen niederdeutschen Dialekten an[17]:

Mecklenburg:

„Wode, Wode, hale dinnen Rosse nu voder,
nu Diestel un Dorn,
ächter jar beter Korn!“


„Wode, Wode, hole deinem Rosse nur Futter,
nun Distel und Dorn,
über' s Jahr dessen Korn.”

Schaumburg:

„Wold, Wold, Wold !
Hävenshüne wei wat schüt,
jümm hei dal van Häven süt.
Vulle Kruken un Sangen hät hei,
upen Holte wässt manigerlei:
hei is nig barn un wert nig old.
Wold, Wold, Wold ! “


„Wold, Wold, Wold !
Himmelshüne weiß was geschieht,
vom Himmel er herunter sieht,
Volle Krüge und Garben gibt er,
im Walde wächst mancherlei:
Er ist nicht geboren und wird nicht alt.
Wold, Wold, Wold ! “

Wahrscheinlich wurde Wodan, außer der Trankspende, auf dem abgeernteten Feld Getreide stehen gelassen (regional z.B. in Ostwestfalen noch heute anzutreffen). Geistliche, die sich bis ins 19. Jahrhundert an solchen Riten beteiligten, erhielten als eigene Abgaben auch Getreideopfer zum Schutz der Feldfrucht.

Auf einer Synode im Jahr 813 ließ der Frankenkönig Ludwig der Fromme, Sohn Karls, den Michaelstag in die Woche des Festes für Wodan legen.
Die zahlreichen Michaelskapellen in Norddeutschland weisen auf vermutete vorherige Wodansheiligtümer oder andere Kultplätze hin.
Des weiteren deuten Funde von Weihesteinen auf den Bezug zwischen Wodan und St. Michael hin. So wurden auf dem „Michelsberg“, der ein Vorberg des Heiligenbergs bei Heidelberg ist, Weihesteine gefunden, welche die Inschrift „Mercurius Cimbrianus“ und „Mercurius Cimbrius“ tragen, und somit auf alte Wodanskultstätten hinweisen, die zu christlichen Zwecken umgewandelt wurden.
In der Regel wurde auch durch die Errichtung von Kapellen vor Ort die christliche Inanspruchnahme ausgedrückt. Im selben Zeitraum setzte eine deutliche Dämonisierung seitens der christlichen Missionare ein, wie es beispielsweise im Wortlaut des sächsischen Taufgelöbnisses nachzuvollziehen ist.
Dies war im Falle Wodan/Odins insofern naheliegend und erfolgversprechend, als der schamanistisch-widernatürliche Grundzug des Gottes in der religiösen Praxis der Germanen alltäglich gegenwärtig war.
Diese Verteufelung Wodans, dessen Machtlosigkeit dem Heerführer Christus gegenüber, erfüllte sich besonders auch durch das Bild des heldenhaften Erzengels Michael, der den Drachen/Satan besiegt.


Liebe Grüße
Bettina

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#4

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 02.06.2008 08:04
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Loki oder Loge (Lofn oder Loptr; norddeutsch von logi „Feuerbringer”, „Lohe”(?), „Luftgott” und „Lügengott"; nicht zu verwechseln mit dem Riesen Logi, dem Wildfeuer)
von Wikipedia

Er ist das Kind zweier Riesen, dennoch einer der Asen. Sein Vater ist Farbauti, seine Mutter Laufey (Laubinsel) oder Nal (beide mütterlichen Namen sind erwähnt), seine Brüder sind Byleist und Belblindi, seine Frau ist Sigyn. Durch „Blutsbrüderschaft“ steht er in besonderer Beziehung zu Odin. Dabei wird er, nicht unumstritten, als Lodur identifiziert.


Beschreibung anhand einiger Mythen

„Loki ist schmuck und schön von Gestalt,
aber bös von Gemüt und sehr unbeständig.
Er übertrifft alle andern in Schlauheit und in jeder Art von Betrug.”
(Gylfaginning, 33)

In seinem Listenreichtum und seiner Gerissenheit stellt Loki ein Musterexemplar des mythischen „Halunken“ dar. Er besitzt einen ausgeprägten Sinn für Strategie und nutzt ihn, um mit Intrigen und komplexen Lügen seine Interessen durchzusetzen. Da Loki halb Ase, halb Riese ist, scheint sein Verhältnis zu den Asen auch zwiespältig zu sein. Doch von Odin wird er geachtet; die beiden schließen sogar Blutsbruderschaft. Außerdem hilft Loki Thor durch eine List bei der Wiederbeschaffung seines Hammers Mjöllnir, der von den Riesen gestohlen wurde. Loki ist somit Feind und Freund der Götter. Erst nachdem er Hödur durch eine List dazu brachte, seinen Bruder Balder zu töten, verbannt ihn Odin.

Die Riesin Sigyn gebar ihm Narfi; mit der Riesin Angurboda zeugt er drei Feinde der Asen:

* Die Midgardschlange (Jörmungand), welche Thor, den Freund der Menschen, zum Ende aller Zeiten töten wird
* Die Todesgöttin Hel
* Den Wolf Fenrir (Fenriswolf), der beim Weltende den Göttervater Odin verschlingen wird

Außerdem brachte er selbst Sleipnir (Das achtbeinige Pferd Odins) zur Welt: Er verwandelte sich in eine Stute, um Savadilfari, den Hengst des Riesen, der die Götterburg errichten sollte, von der Baustelle zu locken, damit der Riese den vereinbarten Termin nicht einhalten konnte. Einige Monate nach diesem Ereignis wird Sleipnir geboren. Loki schenkte das Fohlen Odin.

Vor allem ist Loki der Feind Balders und der Erzfeind Heimdalls. Am Tod Balders, des „Feindes allen Unrechts“, hat Loki als Ratender (an. radbani) Anteil, indem er den blinden Hödr veranlasst, einen Mistelzweig zu werfen, so zu lesen in den Träumen Balders (an. Balders Draumar). Mit dieser Tat leitet Loki den Untergang der Götterwelt ein.

Loki ist ein Gestaltenwechsler, ein Meister der Metamorphose, der sich in die verschiedensten Tiere und Menschen verwandeln kann. In den überlieferten Mythen ist er Adler, Stute, Lachs, eine Fliege oder ein altes Weib. Denn er wechselt auch sein Geschlecht, erlebt Schwangerschaft und Geburt, trägt in Gestalt einer Stute das achtbeinige Ross Odins, Sleipnir, aus, wie die Sage vom Riesenbaumeister erzählt. Das wird von den germanischen Göttern für einen Mann als schändlich betrachtet. Es ist „eines Argen Art“, sich als Mann wie ein Weib aufzuführen: „Unter der Erde acht Winter warst du / Milchende Kuh und Mutter/ denn du gebarest da / das dünket mich eines Argen Art“, (Lokasenna [Lokis Zankreden], 23).


Loki ist als Kulturheros der Erfinder des Fischnetzes, aber er, der Tölpelhaftigkeit und Listenreichtum in sich vereint, wird auch zum Opfer seiner eigenen Erfindung. Er hatte die Asen in seinen Zankreden (Lokasenna) derart erzürnt, dass er sich vor ihnen verstecken musste. Auf einem Berg schuf er sich ein Haus mit vier Türen, so dass er nach allen Seiten sehen konnte. Tagsüber verwandelte sich Loki von Zeit zu Zeit in einen Lachs, um sich im Wasserfall Franangr zu verstecken. Einmal, als er so alleine da saß, nahm er Flachsgarn und verflocht es zu Maschen, „wie man seitdem Netze macht“. Da sah er, dass die Asen nicht weit von ihm waren, und er sprang schnell als Lachs ins Wasser, um sich zu verstecken. Die Asen fanden das Netz, und einer von ihnen kam auf die Idee, dass es ein gutes Mittel sei, Fische zu fangen. Als Loki von dem Fischnetz in die Enge getrieben war, sprang er darüber. Thor griff nach ihm und bekam ihn auch in der Mitte zu fassen, aber er glitt ihm aus der Hand, so dass er ihn erst am Schwanz wieder festhalten konnte. Es heißt, dass daher und seitdem der Lachs hinten spitz zuläuft.

Der gefangene Loki wurde zur Strafe mit den Eingeweiden seiner Söhne auf spitze (dreikantige) Felsen gefesselt. Über seinem Kopf hängte man eine giftige Schlange, die ätzenden Speichel tropfen ließ. Seine Frau Sigyn fing diesen Speichel in einer Schüssel auf. Nur wenn sie die Schüssel wegzog, um sie zu leeren, trafen ein paar Tropfen auf Lokis Gesicht. Er schüttelte und wand sich so gewaltig unter seinen Schmerzen, dass dadurch die Erdbeben entstanden.

In der Ragnarök (Schicksal der Götter) ist er der Anführer der Vernichtung von Götter- und Menschenwelt. Loki und der Gott Heimdall töten sich in der Ragnarök gegenseitig.

Theorien zur Gestalt Lokis

Lokis Handlungen lassen erkennen, dass diese Schlechtes wie auch Gutes bewirken; letzteres oft gegen seine ursprüngliche Intention. Dennoch handelt er nicht ausschließlich schädigend. Oft wird Loki wegen seiner Listigkeit und seiner Kreativität von den anderen Gottheiten herangezogen, um aussichtslose Situationen zu bewältigen, was er auch immer schafft. Ebenso lässt er sich durch diese verpflichten, durch seine Schalkhaftigkeit angerichteten Schaden wieder gut zu machen.

Eine der Theorien über die Gestalt des Loki besagt, dass die Beschreibung seines Wesens als böse oder destruktiv als ausschließlich christliche Sichtweise erkannt werden muss. Da nahezu alle schriftlichen Belege über Loki aus dem Hoch- und Spätmittelalter stammen, kann nicht zweifelsfrei behauptet werden, dass Loki in der beschriebenen Weise tatsächlich ein germanischer Gott war. Es ist möglich (und wird von einigen Historikern auch so gesehen), dass Loki eine christliche Erfindung ist und der germanischen Götterwelt erst lange nach deren Verdrängung durch das Christentum zugedichtet wurde.

Dennoch scheint gerade die Ambiguität Lokis ein Hinweis auf eine authentische vorchristliche Gestalt zu sein, die eine alleinige Zuschreibung des nur Guten und nur Bösen nicht kennt. Es ist davon auszugehen, dass die bösen Seiten Lokis in christlicher Zeit nicht hinzugefügt, sondern die guten Wesenszüge und Taten getilgt und die übrig gebliebenen bösen betont wurden.

persönliche Anmerkung
ich halte Loki für eine sehr alte Gottheit, den Gott des Feuers und der Blitze. Deshalb auch seine besondere Beziehung zum Donnergott Thor, der einzige Ase, dem er Respekt zollt und der seinen Zankreden Einhalt gebieten kann. (Folgt doch dem Blitz immer ein grollender Donner, so wie eine Ermahnung des Vaters auf eine unangemessene Handlung seines Kindes folgt)
Für den Gott des Blitzes, dem Gott des Feuers passt auch die zwiespältige Charakterisierung.
Feuer, schwer zu bändigen, schnell, unberechenbar, nützlich und zerstörend, schön, geradezu fesselnd anzusehen


Liebe Grüße
Bettina

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#5

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 02.06.2008 08:30
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Thor im Norden oder Donar bei den kontinentalen germanischen Völkern ist „der Donnerer“, ursprünglich als Gattungsname „der Donner“ (as.Thunaer, ags. þunor, ahd. Donar, an. Þórr von urn. þunraR „donnern“).
Daraus erschließt sich der gemeingermanische Gottesname *Þunaraz.
Thor/Donar fungiert für die zur See fahrenden Völker als der wichtige Gewitter- und Wettergott und in weiterer Funktion als Vegetationsgottheit innerhalb der bäuerlichen germanischen Volksgemeinschaft. In den eddischen Schriften hat er die Aufgabe des Beschützers von Midgard, der Welt der Menschen.


Etymologie und Herkunft


Etymologie

Bei den indogermanischen Sprachvölkern, und über sie hinaus, hat der Himmelsgott Blitz und Donner in seiner Gewalt. Thor/Donar entstand vermutlich aus den ererbten Grundzügen der indogermanischen Urreligion und entwickelte sich unter den regionalen kulturell-religiösen Schwankungen bei den germanischen Völkern fort. Nach der Theorie von Dumezil haben die drei Hauptgötter bei den indogermanischen Völkern jeweils eine Funktion, der donnernde Himmelsgott hat die erste Position inne.
Bei den Germanen hat sich die Gestalt des Donnerers von der des Himmelsgottes gesondert, so dass er die zweite Funktion der „Stärke“ ausfüllt.

„Jupiter tonans“, Zeus, der keltische Taranis, nutzt als Waffe den steinernen Donnerkeil, der durch den Blitzstrahl vom Himmel zur Erde geworfen wird. Der Kampf, den Indra führt, wird atmosphärisch durch Blitz und Donner ausgedrückt.
Der Himmel als Begriff geht auf eine indogermanische Wortwurzel zurück, die Stein, Amboss bedeutet.
Vom gemeingermanischen *Þunraz wird wie beispielsweise von Zeus gesagt, dass dessen Donner dem Fahren eines Wagens gleicht, wie über ein Gewölbe.
So geht der germanische Name des Gottes gleichlautend mit dem des Naturphänomens appellativ auf eine Wortwurzel zurück, die einen Schalllaut darstellt, welchen speziell Wörter für „Donner“ und „donnern“ wortgleichend aufweisen; ig. *ten.
Hierzu als erläuternder Vergleich lat. tonare „donnern“. Þónarr „donnern“, ai. tanyu „donnernd“, ags. Þunian ebenfalls „donnern“.

Herkunft und indogermanische Parallelen

Tacitus stellte in seiner Germania durch die Interpretatio Romana Donar Hercules gleich (Kapitel 9), aus den sich gleichenden Wesensmerkmalen heraus.
Als Verkörperung der Kraft ähneln sie sich auch in ihren Attributen, die des Hammers und der Keule und analog dazu auch ihrer Trink- und Essfreudigkeit.
Darüber hinaus schildert Tacitus im Kapitel 3, dass die Germanen bei der „Herculesverehrung“ diesen durch einen „Barditus“ besangen, und dies besonders auch vor einer Schlacht.
In attischer Urzeit wurde den Athenern durch das delphische Orakel geraten, den Paian (Παιάν als mythische Beschwörung des Sieges zu singen.
Dieses Singen des Paian geht auf den Apollon-Mythos und dessen siegreichen Kampf mit Python zurück.

Gefundene Weihesteine und Münzen aus der Zeit der Germania Inferior, der ersten nachchristlichen Jahrhunderte, tragen lateinische Inschriften, die erkennen lassen, dass sie Donar gestiftet waren; er wurde besonders von den Batavern im Raum Nijmegen verehrt.
Die Inschriften geben mehrheitlich die Namensform Hercules Magusanus wieder.


Die Vorstellung des hammerschwingenden wagenfahrenden Wetter-/Donnergottes ist ein uraltes Gottesbild;
der hethitische Tarhunna wird identisch geschildert als wagenfahrende hammerschwingende Gottheit.
Wird Thors Wagen von Ziegen gezogen, so sind es bei Indra rötliche oder falbe Pferde, auch dessen Waffe, eine Wurfkeule, wurde von einem niederen Wesen gefertigt.
Diese Keule kehrt wie Thors von dem Zwerg Sindri gefertigter Hammer nach dem Wurf von selbst in die Hand des Gottes zurück.

In zahlreichen skandinavischen Felszeichnungen und Abbildungen in Steingräbern sind männliche Figuren wiederzufinden, die einen Hammer oder vielmehr Äxte (Doppeläxte) bzw. Beile erheben, oftmals in phallischer Pose (z.B. Grab von Kivik), weshalb sie auch als göttliche Wesen gedeutet werden.

Im indogermanischen Vergleich ist festzustellen, dass die verwandten Donnergottheiten von Thor/Donar zwischen Axt, Hammer und Keule tendieren.
Ein Amulett mit der Darstellung des Thorshammers im nordgermanischen Raum bzw. der Donarskeule im südgermanischen Raum galt in spätheidnischer Zeit besonders bei Frauen als Fruchtbarkeitssymbol (Grabungsfunde in Haithabu) und taucht als solches erst zu dieser späten Zeit nach den Petroglyphen wieder auf.

Eine weitere Parallele zu anderen indogermanischen Mythen ist der Drachen- bzw. Schlangenkampf, den der Donnergott austrägt.
Bei Thor ist es die Auseinandersetzung mit der Midgardschlange, bei den Griechen Apollon mit Python und Herakles gegen Hydra, der hethitische Gott Tarhunna und die Schlange Illuyanka, und in der indischen Mythologie der Kampf des Gottes Indra mit dem Vrithra-Drachen. Dieser wird in den Rigveden mit immer neuen Hymnen gepriesen.

Das Besingen des Drachenkämpfers und Ungeheuerbezwingers im Mythos ist in allen genannten Kulturen evident; es handelt sich um kultsymbolische Kämpfe, die zum prägenden religiösen Typus wurden.

Eine auffällige Parallele besteht in der Form des Dialoges, den Thor mit Odin beispielhaft im „Harbadslied“ führt, und den Dialogen, die Indra mit Varuna laut den Rigveden führt. Nach Dumezil stellen diese Dialoge keinen aggressiven Konflikt der unterschiedlichen Kulte dar, sondern eine uralte Dialogform, basierend auf den unterschiedlichen Naturen der Götter innerhalb ihrer strukturellen Funktionsbereiche.

Die meisten Züge teilt Thor mit Indra hinsichtlich der Haare und dem Tragen eines Bartes.
Indra wird als blondhaarig und mit einem blonden Bart in den Rigveden geschildert, Thor wird der „Rotbart“ genannt (Thrymlied), und auch vom Wesen her gelten beide als menschenfreundlich.


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Bettina

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#6

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 02.06.2008 09:55
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Bragi
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Bragi (von altnord. bragr, „der Vornehmste”, „Häuptling”, „Fürst”, „Dichtung”) ist in der nordischen Mythologie der Gott der Dichtkunst, der die gefallenen Helden in Walhall begrüßt. Er ist der Sohn von Odin und gehört zu den Asen. Verheiratet ist er mit Idun.

Da Bragi nicht vor dem 12. Jahrhundert ausdrücklich als Gott genannt wird, liegt es nahe in ihm eine späte Vergöttlichung des Skalden Bragi Boddason, der Alte, der im 9. Jahrhundert lebte, zu sehen.
Einige Strophen des von ihm Gedichtes Ragnarsdrapa fügte Snorri in die Edda ein. Außerdem sind noch einige Einzelstrophen von ihm überliefert.

Bragi
von der Seite: Das schwarze Netz
Bragi

(nord. bragr, „der Vornehmste”, „Häuptling”, „Fürst”, „Dichtung”) In der eddischen Dichtung der Gott der Dichtkunst, gedacht als alter Mann mit langem Bart.
Bragi gilt als Sohn Odins und der Riesin Gunnlod, seine Gattin ist die Idun.

Bragi, der erste alle Skalden (Edda, Grimnirlied, 42), wurde unter die Götter versetzt. In seine Zunge soll Idun die Runen geritzt haben.
Das machte ihn zu einem berühmten Weisen, Dichter und Redner. Die Skaldenkunst heißt nach ihm Bragur, die sie ausüben Bragurleute (Gylfaginning, 26). Seine Gespräche mit dem Oegier, die in SNORRIs Skaldskaparmal wiedergegeben sind (55ff.), heißen nach Redner und Hörer Bragarœdur („Reden des Bragi”, GRIMM, Dt. Myth., I., 196).

Wenn in Walhall die Einherier einziehen, begrüßt Bragi sie zusammen mit Hermodur.

Beim Gastmahl in der Halle Ägirs, das die Götter nach Balders Tod abhalten, erscheint Loki, um seine Schmähreden gegen die Götter zu halten. Eines der ersten Opfer ist Bragi, dem der Spötter mangelnden Heldenmut vorhält. Der Dichtergott wehrt sich nur schlaff und meint, wäre die Halle kein befriedeter Bezirk, er wolle dem Loki schon sein Haupt abtrennen. Der aber bezeichnet ihn unbeeindruckt als „Bankzierde” und wendet sich den anderen zu (Lokis Zankreden, 11-15).

Als unter die Asen versetzter Gott der Dichtkunst erscheint Bragi im 12./13. Jahrhundert bei SNORRI. Die Gestalt ist womöglich eine Vergöttlichung des ältesten namentlich bezeugte Skalden Bragi Boddason, Sohn des Boddi. Der lebte im 9. Jh. in Norwegen, entwickelte einen eigenen Strophentyp und ist Schutzpatron der Skaldendichtung (BELLINGER, 80).


Liebe Grüße
Bettina

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#7

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 02.06.2008 10:50
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Mimir
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Mimir ist ein rätselhafter Riese der nordischen Mythologie. Er ist Hüter eines Quells (Mimirs Brunnen) und steht für Wissen, Weisheit und Weissagung.
Er ist so weise, dass selbst der Göttervater Odin eine enge Bindung zu ihm pflegt und von ihm Wissen und Rat begehrt.

Etymologie

Der Name Mimir, altnord. Mímir, steht nach verbreiteter Ansicht mit Weisheit und Erinnerung im Zusammenhang und könnte in etwa mit „Der, der sich erinnert“ übersetzt werden.
Das Wort ist verwandt mit lat. memor und ags. minor „eingedenk, sich erinnernd“ und geht zurück auf die idg. Wurzel *(s)mer „gedenken, sich erinnern, sorgen, verzögern, versorgen“, aus der idg. *mimoro „eingedenk“ abgeleitet ist.

Eine andere Meinung führt Mimir auf die idg. Wurzel *me(r/d)- „messen“ zurück, von der auch das Wort Mond abstammt.
Ström baut darauf auf und setzt Mimir mit dem altnord. Schicksalsbegriff mjǫtudr „das Gemessene“, vgl. norw. meima „messen“, gleich. Demnach könnte man Mimir in etwa mit „(Schicksals-)Messer“ übersetzen.

Abstammung


Über die verwandtschaftlichen Verhältnisse von Mimir ist nichts unmittelbar überliefert. Er könnte der Sohn des Vorzeitriesen Bölthorn sein, der der Vater von Odins Mutter Bestla ist.
Mimir wäre demnach der Onkel Odins. Diese Ansicht stützt sich auf eine Stelle im Hávamál, in der Odin seine Zauberrunenlieder einführt:
„Neun mächtige Lieder lernt ich vom berühmten Sohn Bölthorns, Bestlas Vater,“ (Hávamál 140).
Der Sohn Bölthorns wird in der nordischen Mythologie nirgendwo sonst genannt. Mimir käme dafür kraft seiner Weisheit, die Odin immer wieder suchte, und seiner Zauberrunenkunde (Sigrdrífumál 14) in Betracht.

Im Allgemeinen geht man davon aus, dass Mimir ein Riese ist. In den Thulur wird er ausdrücklich als Riese bezeichnet. Auch sonst erscheint er oder sein Name in der altnordischen Literatur riesenhaft.
Nur in einer Saga wird Mimir gleichrangig zu dem Asen Hönir genannt (Ynglinga saga 4).
Eine etwaige Gleichsetzung mit dem Schmied Mime-Mimir würde schließlich noch auf eine Zwergennatur weisen.

Mimirs Brunnen


Mimir ist der Hüter des Quells der Weisheit (Mimirs Brunnen).
Der Quell liegt unter dem germanischen Weltenbaum Yggdrasil, und zwar nach Snorri unter der Wurzel, die zu den Reifriesen hingeht. Aus ihm entspringt ein reißender Wasserfall. Im Quell liegt ein Auge Odins und das Gjallarhorn des Gottes Heimdall.
Vielleicht ist das Horn aber auch nur in der Nähe. Mimir trinkt jeden Morgen Met aus dem Brunnen, nach Snorri mit Hilfe des Gjallarhorns. (Völuspá 27 f.; Gylfaginning 15)

Meist geht man davon aus, dass Mimirs Brunnen Wasser enthält, auch wenn die Eddatexte Met als Inhalt angeben. „Met trinkt Mimir jeden Morgen aus dem Pfand Walvaters.“ (Völuspá 28)
Met ist Rausch- und Weisheitstrank der Germanen in einem und erlaubt (auch) besonderes Wissen zu erlangen, vgl. die Mythe vom Diebstahl des Dichtermets durch Odin.

Entgegen Snorris Erzählung in Gylfaginning scheinen Mimirs Brunnen und der Urdbrunnen dieselbe Quelle zu sein, die wegen verschiedener Mythen auch verschiedene Namen erhielt. Sowohl Mimir als auch Urd stehen im Zusammenhang mit Schicksal und Weissagung.

Walvaters Pfand

Odin erwarb seine Weisheit, weil er aus dem Brunnen des Mimir trank. Allerdings musste er zuvor dafür ein Auge als Pfand opfern und in den Brunnen legen (Walvaters Pfand). Seitdem war Odin einäugig. (Völuspá 28; Gylfaginning 15)

Odin erbringt für Weisheit wie in den neun Nächten an Yggdrasil (Hávamál 138) ein Selbstopfer.
Vielleicht für Hellsehen. Ob auch eine Naturbeobachtung sich hinter diesem Mythos verbirgt, wird nicht klar.
Sieht man in der Sonne ein Auge Odins, so läge auf dem Grund des Wassers sein anderes.
Denn wenn die Sonne am Himmel steht, so ist für den, der auf das Wasser blickt, eine zweite Sonne zu sehen, die Spiegelung der Sonne am Himmel.

Mimirs Haupt

Nach dem Wanenkrieg werden Mimir und Hönir von den Asen als Geisel gestellt.
Über Hönir sagen sie, er tauge als Anführer. Die Wanen bemerken aber bald, dass Hönir keine Entscheidung ohne Mimir trifft.
Sie köpfen deshalb den Weisen und schicken sein Haupt den Asen zurück.
Odin konserviert den Kopf daraufhin mit Zaubersprüchen und Kräutern, um von ihm fürderhin Weissagungen und Botschaften aus den anderen Welten zu erhalten (Ynglinga saga 4).
Stets hat er Mimirs Haupt bei sich (Ynglinga saga 7).
Auch der älteste Teil der Lieder-Edda, die Völuspá, erwähnt schon das abgetrennte Haupt Mimirs, mit dem sich Odin berät (Völuspá 46).

Die Erzählung der Ynglinga saga liefert ein rätselhaftes Motiv, warum Mimir der Kopf abgetrennt wurde.
In der Forschung ist noch nicht entschieden, ob diese Erklärung lediglich einen mythographischen Charakter hat. Unabhängig davon ist die Vorstellung des weissagenden geköpften Schädels sehr alt und hat in Griechenland, in der keltischen Welt und im sibirischen Schamanismus vielfache Entsprechungen.
Deswegen wird auch die Deutung, wonach Mimirs Haupt ursprünglich nichts anderes als Mimirs Brunnen gewesen sei (die Quelle als Kopf)[14], letztlich abgelehnt.

Ragnarök

Am Anfang von Ragnarök beginnen Mimirs Söhne (Míms synir) bei dem Gjallarhorn zu „spielen“ (leika) (Völuspá 46).
Die Söhne Mimirs sind uns nicht bekannt. Entweder sind es ebenso Riesen wie Mimir oder Wasserläufe.
Altnord. leika kann neben „spielen“ auch „tanzen, sich bewegen“ bedeuten, demnach wäre es denkbar, hohe Wellen oder ein übermäßiges Ansteigen des Wassers zu folgern.
Vielleicht steht eine andere Stelle, die ebenso vom Beginn des Ragnarök handelt, damit im Zusammenhang: „Das Meer steigt bei Unwettern zum Himmel selbst, schwemmt über die Länder […]; dann ist’s bestimmt, dass die Ratenden [das sind die Götter] ein Ende nehmen.“ (Hyndluljóð 42)

Odin wendet sich daraufhin ratsuchend an Mimir.
Er spricht zu dessen Haupt (Völuspá 46) oder sucht ihn an dessen Brunnen auf (Gylfaginning 51). Doch auch der weise Mimir weiß keinen Rat mehr:
„Nirgend haftet Sonne noch Erde, es schwanken und stürzen die Ströme der Luft. In Mimirs klarer Quelle versiegt die Weisheit der Männer. Wißt ihr, was das bedeutet?“ (Hrafnagaldr Odins – Odins Rabenzauber 5).

Ragnarök ist zwar das Ende der alten Götter und des alten Kosmos, nicht aber das Ende der Welt.
Im Wald des Hoddmimir (in holti Hoddmímis) verstecken sich zwei Menschen, die zusammen mit überlebenden Göttersöhnen an einem neuen Weltzeitalter teilhaben werden. (Vafþrúðnismál 45; Gylfaginning 53)
Hoddmimir bedeutet „Gold-Mimir“.
Was damit zum Ausdruck gebracht wird, ist nicht klar, zu häufig wird Mimir zur Benennung von Personen und Gegenständen verwendet, z.B. Sokkmimir (ein unbekannter Riese), Brekkmimir (der Riese Geirrǫðdr) oder Holdmimir (Beiname des Schwerts).
Eine Ansicht deutet Hoddmimir aber ähnlich wie Mimameid als Kenning für den Weltenbaum Yggdrasil.

Widersprüche in der Überlieferung


Die nordischen Texte unterscheiden genau genommen drei verschiedene Namensformen von Mimir.
„Mímir“ ist der häufigste Name.
Daneben gibt es noch „Mímr“, z. B. immer in der Wendung „Míms hǫfuð“ (Mims Haupt) und „Mími“, abgeleitet aus dem Baumnamen „Mímameiðr“ (Mimis Baum).
Man geht im Allgemeinen von Personengleichheit aus.

Widersprüchlich heißt es, dass Odin das abgetrennte Haupt Mimirs kurz vor Ragnarök um Rat fragt (Völuspá 46), während Odin zur selben Zeit zu Mimirs Brunnen reitet, um sich von ihm Rat zu holen (Gylfaginning 15).
Wie kann ein enthaupteter Riese, dessen Kopf von Odin konserviert und angeblich immer in seinem Gepäck ist noch am Ende der Zeit in körperlicher Ganzheit wie in alten Zeiten an seinem Quell sein und Odin empfangen?
Warum werden für beide Mythen zwei unterschiedliche Namen in der nordischen Mythologie gebraucht: Kopf von Mimr (Míms hǫfuð) und Brunnen von Mimir (Mímisbrunnr)?

Es wurden viele Vorschläge gemacht, um beide Aussagen in Einklang zu bringen.
Man ging auch von zwei verschiedenen Personen aus (Jan de Vries).
Letztlich sind sie weder in Einklang bringbar, noch stellen sie Mythen zweier verschiedener Personen dar. Beide Mythen haben indogermanische Parallelen.

Ursprünge und Deutungen

Man geht davon aus, dass Mimir schon zur Mythologie der Germanen gehörte.
Neben der nordischen Überlieferung finden sich auch im deutschen Sprachraum Spuren, die auf Kenntnis seiner Person bei den Kontinentalgermanen hinweisen, in Form von mehreren ahd. Personennamen (z.B. Mimo, Mima, Mimolt, Mimigard) und verschiedenen geographischen Namen (z.B. Meinborn „Mimibrunno“, der Fluss Mümling „Mimi(li)ngû“).
Altnord. Mímir entspricht dabei germ. *Mimiaz.
Welche Mythen mit Mimiaz verbunden waren, ist nicht bekannt, wenn auch an Hand der geographischen Namen ein Bezug zwischen Mimiaz und Wasser zu vermuten ist.
Die Verknüpfung Weltenbaum, Quelle, Kopf, Auge und göttliche Weisheit gilt zudem als indogermanisches Gemeingut.

In der älteren Forschung wurde Mimir zum Teil in Bezug zum Mond gesetzt.
In der Symbiose Odins mit Mimirs erkannte man die Himmelslichter Sonne und Mond.
In Mimir vermutete man sogar einen Mythos von der Entstehung des Mondes. Da der Göttervater sich bei ihm Rat einholte, glaubte man auch, dass sich die Germanen insgeheim Mimir über dem Göttervater dachten.

Mime-Mimir, der Schmied

Deutsche Heldenlieder des Mittelalters kennen den mythischen Schmied Mime, der in einer nordischen Übertragung, der Thidrekssaga, zum Schmied Mimir wurde.
Der deutsche Mime und der nordische Mimir gehen wahrscheinlich nicht auf dieselbe Person zurück, letzte Gewissheit fehlt.

Schmiede galten im deutschen Aberglauben auch als wissend und zauberkundig.
„Die Metallschwerter, anfänglich wegen des hohen Wertes nur im Besitz weniger, galten wegen ihrer Überlegenheit über die vorausgehenden Steinäxte als mit geheimen Kräften begabt; daher erscheinen als ihre Erzeuger Götter und Götterwesen, und die Schmiedekunst ist Zauber.“(Hanns Bächtold-Stäubli (Hrsg): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens)
Der Schmiedberuf rückt den deutschen Mime aber in das Reich der Zwerge.

Nach der nordischen Thidrekssaga heißt der Schmied Mimir und hat Sigfrit (Siegfried) und Velent (Wieland) zu Lehrlingen. Velent schmiedet infolgedessen ein Schwert und nennt es nach seinem Lehrer Mimungr/Minnungr (Thiddrekssaga 84, 105–107). Die Thiddrekssaga ist eine altnordische Überlieferung niederdeutscher Heldenlieder der Dietrich-von-Bern-Sage. Die älteste erhaltene Handschrift der Saga stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Das deutsche Heldenepos Biterolf und Dietleib, das ebenso aus dem 13. Jahrhundert stammt, erzählt vergleichbar vom Schmied Mime, „einem smidemeister guot“ , der aber nahe Toledo wohnt.
Sein Lehrling Wielant schmiedet ein Schwert namens „Mimminc“ (Miming) (Biterolf und Dietleib 124–179).

Im 12. Jahrhundert erwähnt Saxo Grammaticus den dänischen Waldgeist Mimingus, „Mimingo silvarum Satyro“, der ein Schwert, einen Armring und wunderbares Geschmeide besitze (Gesta Danorum 3.2.5–6).

Richard Wagner greift in seinen Opern Rheingold und Siegfried auf die nordische Heldenliederüberlieferung zurück, nennt den Schmied aber Mime. In der Siegfried-Oper ist Mime auch der Bruder des Zwergenkönigs Alberich.

Vergleichbare Mythen


Übereinstimmungen mit Mimir bestehen insbesondere zum sumerischen Gott Enki („Herr der Erde“, Babylonier: Ea): Hüter der Weisheit, Herrscher des Süßwassers (des gedachten Süßwasserozeans unter der Erde), Liebhaber des Rauschtranks. Sein Hauptheiligtum war in Eridu („Wohnsitz des Wassers“), wo nach babylonischer Überlieferung der Weltenbaum, der schwarze Kiskanu, wuchs.

Parallelen bestehen auch zum griechischen Gott des Meeres, Poseidon.
Poseidon war ursprünglich nicht der Meeresgott, sondern eine Landgottheit, der Gatte der Erdmutter (Demeter), dessen Beiname gaiechos „Herr der Erde“ bedeutet.
Poseidon wurde auch Potidon/Poteidan geschrieben, was nach einer Meinung „der, der am bewaldeten Berg zu trinken gibt“ heißt und demnach auf einen Quell hinweisen würde.
Sein Dreizack wurde auch als Baum gedeutet. Möglicherweise war Poseidon nicht nur das Pferd, sondern auch die Esche heilig.
Auch mit der Weisheit war der Gott verbunden: Poseidon war die ursprüngliche Gottheit des Orakels von Delphi.
Der Wassermann im gleichnamigen Sternbild war für die Griechen Poseidon. Darstellungen aus nachgriechischer Zeit stellen den Wassermann als alten Mann mit langem Bart dar.

Gottheiten des Flusses, also Süßwassergötter, waren vor ihrer Gleichsetzung mit Poseidon auch der römische Neptunus und der etruskische Nethuns.

Der Mythos von Walvaters Pfand hat hinsichtlich der freiwilligen Aufgabe eines Körperteils eine Entsprechung in der nordischen Mythologie:
Der Gott Tyr gibt freiwillig seine rechte Hand auf. Des Weiteren gibt es eine Parallele in der römischen Erzählung von Horatius Cocles und Mucius Scaevola.

Der Mythos vom weissagenden Haupt findet sich in griechischen Mythen (z. B. Orpheus-Mythos), keltischen Mythen und auch in isländischen Sagas: Eyrbyggia saga, Kapitel 43 und Þorsteins þáttr bæjarmagns, Kapitel 9. Vergleiche auch die Enthauptung, das Vishnu-Opfer in der indischen Mythologie.


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Bettina

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#8

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 02.06.2008 10:55
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Heimdall
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Heimdall (altnord. heimdallr: „der Strahlende“ oder „Weltglanz“ oder „der, der die Welt beleuchtet“) ist in der nordischen Mythologie der Schutzgott, der Lichtgott, und der Himmelswächter, sowie der Schützer allen Lebens.

Der schwedische Forscher Birger Pering identifiziert Heimdall als den „Schutzgeist“ der Götter. Heimdall braucht weniger Schlaf als ein Vogel und kann bei Tag und Nacht gleich gut sehen. Er kann so gut hören, dass er die Wolle auf den Schafen und das Gras auf der Weide wachsen hört. Nach der Edda ist er der größte Widersacher Lokis.

In der Völuspa, dem Eröffnungsgedicht der Edda, ist die Rede davon, dass Odin der Vater aller Götter ist.
Man nimmt daher in der Regel an, dass Heimdall auch der Sohn Odins sei, aber das ist ein interpretatorischer Kausalschluss.
Aus direkten Quellen lässt sich das nicht rechtfertigen. Heimdall wurde „am Rande der Erde geboren“, von neun Müttern, die neun Schwestern sind; der Vater wird nicht erwähnt.
Die einzige direkte, mythologische Entsprechung zu den Müttern findet man in den bezeugten neun Töchtern des Meerriesen Ägir: Angeyja, Atla, Eistla, Eyrgjafa, Gjalp, Greip, Iarnsaxe, Imd und Ulfrun, die in der Regel als die verschiedenen Meereswellen interpretiert werden.
Dass diese neun Schwestern auch die Mütter sind, ist ebenfalls umstritten, weil die Neunzahl in den mythologischen Liedern insgesamt sehr häufig vorkommt und daher kein Indiz für eine Verwandtschaft darstellen kann.

Mit seiner Gattin Modiv hat er der sehr späten (und daher sehr wahrscheinlich nicht mehr heidnischen) Dichtung Rigsthula zufolge die Söhne Jarl („Fürst“), Karl („Bauer“) und Thrall („Sklave, Knecht“).
Die Rigsthula ist erwiesenermaßen eine gelehrte Dichtung des ausgehenden Mittelalters und sollte vermutlich im Sinne der damaligen Fürsten die Einführung einer monarchischen Standesgesellschaft erleichtern.

In der Völuspa wird Heimdall Vater aller Menschen genannt. In der kürzeren Seherinnenrede (Völuspa in Skamma) heißt er auch „sippenverwandt sämtlichem Volk“.

Heimdall wohnt in Himinbjörg und reitet auf seinem Pferd Gulltopp.
Er besitzt das Horn Gjallarhorn, das am Ende die Ragnarök einläutet.
Heimdall ist Wächter der Regenbogenbrücke Bifröst, die Midgard mit Asgard verbindet.
Er hört und sieht alles und wird weise „wie sonst nur die Wanen“ genannt.
Heilig sind ihm die Widder.
In der Ragnarök kämpft er gegen seinen Konkurrenten Loki. Beide verlieren den Kampf und töten einander.

In verschiedenen Thesen zum Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ wird dessen Entstehung auf den Gott Heimdall zurückgeführt.
Dieser hatte goldene Zähne, und er war wiederum das erste, was Reisende auf dem Weg in die Götterwelt Asgard nach der Überquerung der Regenbogenbrücke Bifröst zu sehen bekamen.

Zahlreiche deutsche und skandinavische Musikgruppen verwenden Heimdall, das Gjallarhorn und andere mystische Charaktere und Gegenstände in ihren Texten.


Liebe Grüße
Bettina

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#9

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 02.06.2008 11:03
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Eir (westgermanisch: Eira) ist die Göttin der Heilkunde und der Heilung in der nordischen Mythologie. Sie gilt als die beste Heilerin (Ärztin) und gehört zu den Asen, dem jüngeren Geschlecht der nordischen Gottheiten.

Auch eine der neun weisen Frauen im Gefolge der Walküre Menglöd heißt Eir:

„Hlif heißt eine,
die andere Hlifthrasa,
die dritte Thjodwarta,
Björt und Bleik,
Blid und Frid,
Eir und Aurboda.”
Das Fjölswinnlied, 38

J. GRIMM erinnerte der Name Eir an Iros und Iris, zwei Gestalten der griechischen Sage, die Botendienste verrichteten (Deut. Mythol., III, 334).


Liebe Grüße
Bettina

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#10

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 09:41
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Balder

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Balder (altnord. baldr: „Herr“; Baldur, Baldr, Phol) ist in der germanischen Mythologie der Gott des Lichtes, der Güte, der Reinheit, der Schönheit.
Er findet seine ungefähre Entsprechung in der griechischen Mythologie bei Apollon.

Balders Merkmale sind Toleranz, Friedfertigkeit und Liebe; weiter findet er Bedeutung für die eheliche Treue.
Pflanzen, die ihm gewidmet sind, sind Kamille, Gänseblümchen und Margeriten (Pflanzen solcher Art heißen auf isländisch noch heute baldrsbrá, also „Baldurs Wimpern“).

Er ist Sohn des Odin und der Frigg, somit Bruder von Hödur und Hermodr.
Mit seiner Gattin Nanna hat er den Sohn Forseti.

Mythos

Balder lebt in Breidablik in Asgard und besitzt das Schiff Ringhorn.
Er hat eines Tages einen Traum von seinem eigenen Tod, worauf seine Mutter Frigg zu jedem Tier und zu jeder Pflanze geht und sie auffordert, einen Eid abzulegen, dass sie Balder nicht verletzen werden.
Nur der junge Mistelzweig scheint Frigg zu unbedeutend zu sein, als dass sie von ihm einen Eid abnehmen sollte.
Es kommt zu einem Spiel der Asen, bei welchem sie den nunmehr unverwundbaren Balder mit Speeren, Steinen und anderen Waffen beschießen, ohne dass Balder etwas geschieht. Loki nutzt es aus, dass die Mistel keinen Eid abzulegen brauchte, und gibt Balders blindem Bruder Hödur einen Mistelzweig und bedeutet ihm, damit zu schießen.
Der Zweig trifft Balder, und der Gott sinkt tot zusammen.

Der Leichnam wird auf einem Schiff aufgebahrt, das nur die Riesin Hyrokkin ins Wasser stoßen kann.
Unter der Wucht fangen die Rollen, auf denen das Schiff stand, Feuer und entzünden den Leichnam.
Thor segnet den Leichenbrand mit seinem Hammer Mjölnir.
Sein Vater Óðinn gibt den Ring Draupnir mit auf Balders letzte Fahrt gen Hel.

Hermodr versucht vergeblich seinen Bruder aus dem Reich Hel zurück zu holen.
Diese aber entlässt Balder erst aus ihrem Reich wenn alle Dinge ihm nachweinen.
Die Asen schicken Boten in alle Welt und erreichen, dass alle Lebewesen und sogar Steine und Metalle um Balder trauern.
Nur Loki in, Gestalt der Riesin Þökk verweigert ihnen den Gefallen.
Folglich wird Balder die Rückkehr nach Asgard verweigert.

Später versöhnen sich Balder und Hödur miteinander und kehren nach Ragnarök einträchtig bei der Entstehung eines neuen Weltgebäudes zurück.

Neuere Textuntersuchungen der Quellen und Vergleiche mit Darstellungen auf völkerwanderungszeitlichen Brakteaten lassen vermuten, dass in einer älteren Version der blinde Odin seinen Lieblingssohn tötete und so zu sich nahm.
Die Darstellung in der Völuspá und bei Snorri sei eine humanisierte Fassung, in der Odin, der vorher in der Maske des Hödur auftrat, später von ihm geschieden wurde.
Das Spiel der Asen, auf Balder zu schießen, soll die alte mythische Formel einer rituellen Gemeintötung zum Opfer für das Gedeihen alles Lebendigen darstellen.

Deutung

Mit der Lichtgestalt Balder verschwinden Glück und Schönheit aus der Welt und lässt die "Götterdämmerung" bzw. Ragnarök damit näherrücken.
Da Balder die Personifizierung der Sonne ist, steht sein Tod auch mit den Sonnenwenden in Verbindung. Balder wird zum Zeitpunkt scheinbarer Unverwundbarkeit getötet, wie auch die Sonne am Tag ihrer längsten Leuchtkraft – dem 21. Juni, der Sommersonnenwende – an Kraft verliert und dadurch die Tage wieder kürzer werden.
Zur Wintersonnenwende werden die Tage wieder länger. Die Sonne kommt wieder zu Kräften, was Balders kommende Wiedergeburt ankündigt.

Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Deutung J. Frazers in Mode, dass es sich bei Balder um einen Vegetationsgott gehandelt habe, dessen Tod notwendig gewesen sei, um die Fruchtbarkeit aufrecht zu erhalten.
Frazer fand viele Anhänger, weshalb er erwähnt werden muss. Heute wird seine Theorie nicht mehr vertreten. Frazer kümmerte sich wenig um die Quellen. Balder wird in ihnen nirgends mit der Vegetation in Verbindung gebracht.

Der Baldermythos ist in der Völuspá, bzw. "der Seherin Gesicht" eindrücklich geschildert.


Liebe Grüße
Bettina

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#11

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 09:44
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Hödur
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In der nordischen Mythologie ist Hödur (auch Höðr geschrieben, zu deutsch etwa Kämpfer) der Zwillingsbruder von Baldur und somit Sohn von Odin und Frigg. Hödur ist ein blinder Gott. Daher beurteilt er jeden nicht nach seinen Äußerlichkeiten, sondern nach seinen inneren Werten.

Andere Quellen stellen Hödur anders dar: Er repräsentiert die dunkle, die blinde Seite seines Vaters, während sein Bruder Baldur die lichte Seite Odins repräsentiert. Sie beide gehören dem Göttergeschlecht der Asen an.

Nachdem Baldur von seinem eigenen Tod geträumt hat, verlangt seine Mutter von jedem Tier, jeder Pflanze und jedem Gegenstand einen Eid ab, Baldur nicht zu töten. Nur den Mistelzweig übersieht sie, da er ihr so unscheinbar erscheint. Die Götter machen sich darauf einen Spaß und bewerfen Baldur mit allerlei Gegenständen, jedoch vermag kein Gegenstand ihn zu verletzen. Loki ermutigt Hödur, mit einem Mistelzweig auf Baldur zu schießen, welcher Baldur tatsächlich umbringt. Daraufhin tötet sein gerade geborener Halbbruder Wali Hödur.

Später versöhnen sich Baldur und Hödur miteinander und kehren einträchtig, nach Ragnarök, bei der Entstehung eines neuen Weltgebäudes zurück.


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Bettina

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#12

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 09:49
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Hermodr
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Hermodr (altnordisch: Hermóðr) ist in der germanischen Mythologie der Götterbote.

Der Name Hermóðr bedeutet in etwa "Mut des Heeres".
Seine ungefähre Entsprechung ist der des griechischen Götterboten Hermes.
Er ist der Sohn Odins und der Frigg. Seine Brüder sind Balder und Hödur.
Hermoder ist mit Panzer und Helm bekleidet, und reitet oft auf dem Pferd Sleipnir, das seinem Vater gehört, so schnell wie der Wind.
Mit der Totengöttin Hel verhandelt Hermóðr über die Entlassung seines Bruders Balder aus dem Totenreich.
Dieses gelingt ihm jedoch nicht.
Neun Tage dauerte der Ritt durch tiefe, dunkle Täler, er verweilte eine Nacht in der Unterwelt, um dann mit dem Bescheid nach Asgard zurückzukehren und Odin den Ring Draupnir als Geschenk Balders zu überbringen.


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#13

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 10:08
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Sol
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Sól ist in der nordischen Mythologie die personifizierte Sonne, ohne dass man sie als Sonnengottheit ansah. Sie wird den Asen zugerechnet.

Der altnordische Name Sól bedeutet "Sonne", genau wie das althochdeutsche und altsächsische Sunna. Eine Personifizierung der Sonne namens Sunna wird im zweiten Merseburger Zauberspruch erwähnt.

Sól ist die Tochter des Mundilfari (Mundilfei), Schwester des Mondgottes Mani und Gattin des Glenr.

Der Wagen der Sonne wurde von den Göttern aus einem Funken erzeugt.
Der Schutzschild Swalin schützt den Wagen vor der Sonnenhitze.

Sól fährt mit dem Sonnenwagen über den Himmel, gezogen von den Pferden Arvakr (der Frühwache) und Alsvidr (der Allgeschwinde).
Das Gespann wird unablässig von dem Wolf Skalli (Skoll) verfolgt.
Am Tag des Weltunterganges (Ragnarök) wird Skalli die Sonne einholen und verschlingen.

Das Sonnenrad, ein Zeichen der Sunna, fand sich unter den zahlreichen Fundstücken, die aus dem Thorsberger Moor, Angeln (Schleswig-Holstein) geborgen wurden.
Das Schmuckstück, offenbar eine Gürtelschließe, stammt aus der Zeit von 100 v.Chr. bis 400 n.Chr.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#14

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 10:18
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Uller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Uller (altnord. Ullr: „der Ehrenhafte“; altengl. wuldor: „Glanz, Ruhm“), auch Ull, Holler, Oller oder Vulder genannt, ist in der nordischen Mythologie der Gott des Winters, der Jagd, des Zweikampfes, der Weide und des Ackers.
Er gehört den Asen, dem jüngeren Göttergeschlecht, an und wohnt der Sage nach in seiner selbst gebauten Halle Ydalir (Eibental) in Asgard.

Die Forschung vermutet, dass Uller ein sehr alter Gott gewesen ist, was seine Beziehungen zur Magie unterstreicht.
In manchen Gebieten wurde Uller als Hauptgott verehrt (Phillippson).
In späterer Zeit taucht Uller in der Edda als der Sohn der Sif und Stiefsohn des Thor auf.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#15

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 10:21
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Forseti
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Forseti (anord. "Vorsitzender am Thing", "Vorsitzender"; isl. u. fär. "Präsident"; fries. Fosite)

Forseti ist in der nordischen Mythologie der Gott für Recht und Gesetz ("Gerechter Richter"), der Vorsitzende der Thing-Versammlung.
Er ist einer der Asen, Sohn des Balder und der Nanna.
Seine Residenz ist der von Gold und Silber glänzende Saal Glitnir (Glastheim), wo er als oberster Richter Asgards täglich Recht spricht unter Göttern und Menschen.

Nach den christlichen Heiligenlegenden des Willebrord und Ludger befand sich auf der Insel Helgoland ein Heiligtum des friesischen Gottes Fosite, eine Quelle aus der schweigend geschöpft wurde.
Hier weidete das heilige Vieh Fosites, das niemand schlachten durfte.
Nach dem Gott hieß Helgoland damals Fositesland.
Das Heiligtum soll durch den Missionar Ludger zerstört worden sein.

Durch Falschlesung alter Schriften erschien dann in Karten von Helgoland ein templum Fostae vel Phosetae, der dann latinisiert zu einem templum Vestae wurde. Daraus schöpften Romantiker und neopagane Kreise eine Göttin Fosta, die aber in alten Schriften nirgends Erwähnung findet.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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