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#31

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 17:14
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Frigg
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die nordische Göttin Frigg (ahd. Frîja, langobardisch: Frea) ist die Gemahlin von Odin in der Germanischen Mythologie und gehört zu den Asen. Nach einigen Autoren ist ein anderer Name für sie Saga. Sie ist die Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft.
Es bestehen viele Parallelen zur Göttin Freya, der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, mit der sie in neuzeitlichen Rezeptionen oft gleichgesetzt oder verwechselt wird.
Frigg bekleidet jedoch durch ihren Gatten eine zentralere Rolle. Ihre Dienerinnen sind Gna, Fulla, Sygn, Vara, Eira, Hlin, Lofn und Vjofn.

In der germanischen Mythologie zeugte Frigga mit Odin die Götter Balder, Hödur, Hermor, Bragi und die Walküren.
In Asgard ist Fensal, der Sumpfsaal, als ihr Wohnsitz überliefert.
Sie soll die Wolken gewebt haben.

Der Asteroid Frigga ist nach der Göttin Frigg benannt.

Frigg tritt erstmals in der aus dem 7. Jh. stammenden Origo Gentis Langobardorum und um das Jahr 790 n. Chr. in der Historia Langobardorum des Paulus Diaconus als Frea in Erscheinung.
Der früheste Beleg für den althochdeutschen Namen Frîja ist im 10. Jh. im Zweiten der Merseburger Zaubersprüche zu finden, die ihren Ursprung jedoch schon in vorchristlicher Zeit haben (vor 750 n. Chr.).


Freya
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie



Freya, auch Freyja (altnordisch Herrin) ist der Name der nordgermanischen Göttin der Liebenden und der Fruchtbarkeit.
Sie gilt als nächstbedeutende Göttin des nordischen Pantheons nach Frigg, mit der sie in neuzeitlichen Rezeptionen oft gleichgesetzt oder verwechselt wird.
Sie ähnelt der Venus des römischen Götterhimmels.


Namensformen

Aus der Skalden-Dichtung sind einige Beschreibungen bekannt, die als Freya-Kenningar aufgefasst werden. Dies sind Mardöll, Menglada, Hörn, Gefn, Sýr und Vanadís.
Aufgrund ihres Beinamens Gefn, wird sie (eher spekulativ) auch mit der Göttin Gefjon in Zusammenhang gebracht.

Die südgermanische Frija (althochdeutsch Friia, Frea) bezieht sich auf die Asengöttin Frigg.

Stellung, Attribute


Freya gehört zu den Vanen, einem der beiden Göttergeschlechter der nordischen Mythologie.
Ihr Bruder ist Frey (aisl. Freyr), ihr Vater der Meergott Njörd, als Mutter wird Skadi, Tochter des Riesen Thiazi genannt.
Ihr Gatte ist in der eddischen Mythologie der Gott Óðr. Mit ihm hatte sie die Töchter Hnoss und Gersimi (beide Namen sind Synonyme und bedeuten „Kostbarkeit“).
Freya gilt als die "herrlichste aller Asen".

Sie gilt als die schönste Göttin der Fruchtbarkeit (diese Rolle kommt wohl eher Freyas Bruder Freyr zu) und des Frühlings, des Glücks und der Liebe, sowie als Lehrerin des Zaubers (seiðr).

Sie besitzt ein von Zwergen geschmiedetes Halsband Brisingamen, einen von Waldkatzen gezogenen Wagen und ein Falkengewand, mit dem man wie ein Falke durch die Lüfte gleiten kann.
Nach dem Gedicht Hyndluljóð reitet sie auch auf dem Eber Hilisvini. Auch in der Gylfaginning tritt Freya auf. Danach weint sie goldene Tränen, als Oðr fortfährt. Nach der Grímnismál heißt ihr Hof Fólkvangr.
Ihr Saal heißt Sessrúmnir.
Nach der Ynglinga saga Snorris lehrte sie die Asen den Zauber. Aber ihre Hauptaufgabe liegt darin, daß sie als Anführerin der Walküren auf den Schlachtfeldern daheim ist und die Hälfte der gefallenen Recken beanspruchen darf, während Odin (der oberste Gott, Gott des Krieges) die andere Hälfte zusteht.

Der Wochentag Freitag ist ihr zugeordnet.

Entwicklung

Freya spielt in den eddischen Texten “Hyndluljóð”, “Lokasenna” und “Þrymskviða” eine bedeutende Rolle.
In “Grímnismál” wird sie als Todesgöttin und in der “Völuspá” schimmert sie durch Ods Braut (Óðs mey).
Auch die Zauberinnen Gullweig und Heid, die in den Strophen davor den Krieg zwischen Asen und Vanen entfachen, werden für Hypostasen der Göttin Freya gehalten.
Nach Snorris “Gylfagynning” erhält sie immer, wenn sie einem Kampf beiwohnt, die Hälfte der Gefallenen, die andere Hälfte Odin.

Da es keine südgermanische (z. B. deutsche, englische) Überlieferungen zu Freya gibt, wird angenommen, dass sie eine Wikingerzeitliche Loslösung der Aspekte Liebe, Liebesmagie und Promiskuität der Göttin Frigg ist.
Dazu sind in der Edda und dem Gylfaginning folgende Episoden beschrieben: Der Halsschmuck der Freya, der Brisingenschmuck, den hatten die Zwerge Alfrigg, Dvalin, Berling und Grervier (Gerr) gefertigt, der Preis des Erwerbs war, dass die Göttin vier aufeinander folgende Nächte mit jeweils einem der Zwerge verbrachte - zum Unwillen Odins, der Freya zur Strafe zwang, unter den Menschen einen Krieg anzuzetteln.
Eine weitere Berichterstattung besagte, dass Loki beim von Ägir ausgerichtetetn Trinkgelage alle Anweseden beschimpft, er der Freya vorwirft, sie habe mit allen Asen und Alben im Saal Liebschaften gehabt.
Hinzu zu fügen bleibt, dass Loki in seiner Liebe zu Freya schmachtete, da sie die seine nicht erwiderte.
Die literarischen Ausgestaltung Freyas während der isländischen Renaissance des 13.-14. Jh.s haben die heidnische Gestalt der Göttin allerdings überwuchert.
In der Neuzeit hat sie die Göttin Frigg in der isländischen Aufarbeitung des Heidentums vollkommen verdrängt.
Freya selbst erscheint in diesem (einer Illumination in einer Papierhandschrift des 17. Jh.s) allerdings nur noch als treusorgende Familienmutter.

Die der Freya geschuldete Ehrerbietung ging auf die Damenwelt über, denn von ihr hat der Ehrenname den Ursprung, dass man vornehme Weiber - Frauen (freyjur) nennt.

Quellen

Besonders bekannte Quellen über Freya sind zwei Gedichte der Lieder-Edda.
In der Lokasenna ("Schmähreden des Loki") wirft ihr der Gott Loki vor, es mit so ziemlich jedem Gott und jeder mythologischen Gestalt getrieben zu haben.
In der Þrymskviða ("Das Lied von Thrym") erlebt sie einen Wutausbruch, als die Forderung des Riesen Thrym (aisl. Þrymr) verlautet, ihn heiraten zu sollen, um den Hammer Thors von den Riesen auszulösen, der wichtig für den Fortbestand der Götterwelt ist.
Auch in der Gylfaginning und im Grímnismál tritt Freya auf.

Kultorte

Dänische wie schwedische Ortsnamen gehen auf die Göttin zurück.
So ist z.B. Fröjel auf Gotland ein wikingerzeitlicher Hafen und Kultplatz der Freya (schwed. Fröja), an dem noch eine Fornborg und ein Labyrinth (nord. Trojeborg) auf die alte Funktion des Ortes verweisen, der auch Thingplatz war.
Auf Lolland Dänemark sind Frejlev, in Jütland Frøslev solche Orte.


Liebe Grüße
Bettina

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#32

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 03.06.2008 18:01
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Gullveig
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gullveig ist eine Göttin der germanischen Mythologie. Sie gehört dem Geschlecht der Vanen an.
Ihr Name bedeutet soviel wie die Goldreiche wird aber auch teilweise mit Goldrausch übersetzt.
Manchmal wird sie aber auch nur als Riesin angesehen, als Angrboda.

Zu Gullveigs Aufgaben gehören das Hüten von Schätzen und die Zauberei Seidr.
Somit verfügt sie über seherische Fähigkeiten.
Gullveig gelangt zu den Asen und bringt über die Götter die Goldgier.
Die Götter verlangen das Geheimnis, den Ursprung des Reichtums. Gullveig verweigerte dies, so dass die Asen sie dreimal verbrannten. (Edda, Völuspa 25).
Loki fraß die Übereste auf und so entstanden die drei Weltenfeinde: Fenris, die Midgardschlange, und Hel.

Als die Vanen von diesem Tod erfuhren, waren sie erbost und es brach ein Krieg zwischen Wanen uns Asen aus: der Wanenkrieg.

Das schwarze Netz schreibt:
Gullveig

(Gulltweig, nord. „die Goldreiche”, „Gold-Trank”, „-Rausch”, „die Goldkraft”) In der germanischen Mythologie eine Seherin und Weise Frau bzw. Hexe, die zu den Vanen gehört.

Gullveig verstand sich auf die Zauberei Seidr, außerdem war sie Hüterin von Schatzen.

Gullveig wurde zu den Asen geschickt. Diese erlagen der Goldgier und verlangten von Gullveig, dass sie den Ursprung des Reichtums enthülle.
Gullveig verweigerte dieses, also versuchten die Asen dreimal, Gullveig zu foltern und zu verbrennen (Edda, Völuspa 25).

So kam es zum Krieg zwischen Asen und Vanen und damit der Krieg in die Welt, bis endlich nach Ragnarök eine Zeit des Friedens einkehren wird.


Wanenkrieg
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Über den Wanenkrieg berichten das Völuspá-Lied der Lieder-Edda und Snorris Prosa-Edda in unterschiedlicher Weise. Die als Göttergeschlechter des Nordens bekanntgewordenen Gruppen (Asen und Wanen) lebten bei Kriegsbeginn getrennt voneinander; die einen in Asgard und die anderen in Wanaheim. Der Bericht über den Wanenkrieg beginnt:

Strophe 25
Da wurde Mord in der Welt zuerst,
Da sie mit Geeren Gulweig (die Goldkraft) stießen,
In des Hohen Halle die helle brannten.
Dreimal verbrannt ist sie dreimal geboren,
Oft, unselten, doch ist sie am Leben.

Strophe 26
Heid hieß man sie, wohin sie kam,
Wohlredende Wala zähmte sie Wölfe.
Sudkunst konnte sie, Seelenheil raubte sie,
Übler Leute Liebling allezeit.

Strophe 27
Da gingen die Berater zu den Richterstühlen,
Hochheilige Götter hielten Rat,
Ob die Asen sollten Untreue strafen,
Oder alle Götter Sühnopfer empfahn.

Strophe 28
Gebrochen war der Burgwall den Asen,
Schlachtkundge Wanen stampften das Feld.
Odin schleuderte über das Volk den Spieß:
Da wurde Mord in der Welt zuerst.

Gullveig, in der manche die Göttin Freya sehen, ist eine Wanenhexe. In ihrem Namen steckt das Wort Gull für Gold. Sie berichtet den Asen vom sagenhaften Reichtum der Wanen. Als sie sich weigert, die Quelle des Reichtums zu verraten, wird sie verbrannt. Da sie aber mehrfach aus der Asche aufersteht, wird sie mit Schimpf und Schande verjagt. In einer anderen Version wird sie deshalb anerkannt.


Liebe Grüße
Bettina

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#33

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 04.06.2008 12:44
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Nerthus

ist eine germanische Gottheit.

Gemäß Tacitus, Germania Kap. 40, wurde die Gottheit Nerthus von den germanischen Stämmen der Avionen, Anglier, Variner, Eudosen, Suardonen, nördlichen Sueben und Nuitonen verehrt. Tacitus beschreibt Nerthus als Terra Mater (Mutter Erde), nennt sie aber nicht dea (Göttin), sondern numen (göttliches Wesen).
Auf einer Insel des Ozeans (wohl der Ostsee) gab es in einem heiligen Hain einen bedeckten Wagen, der nur von einem Priester berührt werden durfte.
Mit diesem von Kühen gezogenen Wagen soll Nerthus durch das Land gefahren sein. Während dieser Fahrt herrschte bei den Stämmen ein heiliger Friede, der an den ebenfalls von Tacitus überlieferten Frieden bei den Suionen erinnert.
Nach der Fahrt wurde der Wagen mit den ihn bedeckenden Tüchern in einem See von Sklaven gewaschen, die anschließend dort ertränkt wurden.
Der Name der offensichtlich mehr oder weniger geschlechtslosen Gottheit wird seit Jacob Grimm oft als mit dem des nordgermanischen Gottes Njörðr (Außerdem war ja Njörð ein Schiffsgott, was gut zu dem heiligen See bei Tacitus passt. Neuerdings wird diese Zusammenstellung aber stark angezweifelt.
Hier wird die Göttin Nerthus mit ihrer Umfahrt durch das Land mehr im Zusammenhang mit den häuslichen Angelegenheiten gesehen.
Eine solche Umfahrt wurde auf einer Urne aus Darslub (pol. Darzlubie) nahe Gdingen in Polen gefunden.
Frau Holle und Frau Perchta seien die nächsten Parallelen und die eigentlichen Spätformen der Nerthus.


Liebe Grüße
Bettina

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#34

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 04.06.2008 12:51
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Utgardaloki

(nord. „Loki des Utgard”) In der germanischen Mythologie ein dämonischer Riese, der zu den Thurs gehört.
Seine Amme war die Riesin Elli, sein Diener (Läufer) Hugi („der Gedanke”).

Zum Utgardaloki bricht der Thor auf, um sich mit ihm im Wettkampf zu messen. Auf dem Weg dorthin leitet ihn Skrymir in die Irre. Am Ende erweist sich Utgardaloki als gigantisches Trugbild.

Siehe auch die Thor - Geschichte „In Utgard”.

Utgardaloki soll auch Loki selbst sein, der nach seiner Schandtat, er hatte Balders Tod verursacht, aus Asgard verbannt wurde.


Liebe Grüße
Bettina

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#35

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 06.06.2008 10:03
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Gefion ist in der germanischen Mythologie eine Asenjungfrau, Beschützerin der Jungfrauen, der alle gehören, die unvermählt sterben, sowie Göttin der Familie und des Glücks. Sie gilt als rein wie der Morgentau.

Es wird erzählt, dass Odin ihr aufgetragen habe, ein schönes Land für die Menschen zu machen. König Gylfi von Schweden habe ihr als einer fahrenden Frau, die ihn durch Gesang ergötzt habe, zum Lohn so viel Land gegeben, wie vier Ochsen in Tag und Nacht pflügen könnten. Sie aber, aus dem Asengeschlecht stammend, nahm aus Jötunheim vier Ochsen, die sie einem Riesen geboren hatte, und spannte sie vor den Pflug. Der Pflug ging so tief, dass er Land von Schweden losriss, worauf die Ochsen es fort durchs Meer zogen (gemeint ist Seeland).

Gefion soll dann mit Skiold, dem Sohn Odins, vermählt worden sein und mit ihm Lethra bewohnt haben, den dänischen Königssitz auf Seeland.

In Lokis „Schandreden“ denkt Gefion, dass Einigkeit wichtig ist, und nimmt Loki in Schutz. Sie sagt, dass Loki zu Scherzen neigt und dass er die Götter lieben würde. Darauf lachen Licht-, Dunkel- und Schwarzelben, Götter und Riesen. Loki greift nun Gefion an und sagt, dass ein Milchbart ihr Schmuck geschenkt und sie sofort die Schenkel um ihn geschlungen habe.

Bei Wolfram von Eschenbach stehen die Herren von Dürn als Besitzer der Burg Wildenberg unter Gefions besonderen Schutz.
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Gefion“


Liebe Grüße
Bettina

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#36

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 06.06.2008 10:09
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Kvasir
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Kvasir war in der nordischen Mythologie ein Weiser, der durch den Speichel der Göttergeschlechter, den Asen und den Wanen, entstand.
Diese spuckten in einen Krug, um das Ende ihres Konfliktes zu besiegeln. Die Asen formten daraufhin den Weisen Kvasir.
Alle Menschen, die ihm begegneten, unterbrachen ihre Tätigkeit, um ihm zuzuhören. Kvasirs Ende kam mit den Zwergen Fjalarr und Gjalarr, die ihn töteten, um an seine Weisheit zu gelangen.
Sie brauten aus seinem Blut und Honig einen Met, der jedem, der davon trank, die Gabe der Dichtkunst verlieh.

Kvasir

In Gylf 49 bezeichnet Snorri Kvasir als den weisesten aller Asen, in der Ynglinga saga 4 nennt er ihn den klügsten der Wanen.
Ursprünglich ist Kvasir die Bezeichnung für den aus Beeren gewonnenen, gegorenen Saft. (Norwegisch kvase, Russisch kvas.)


Liebe Grüße
Bettina

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#37

RE: germanische Mythologie

in Mythologie 06.06.2008 10:28
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Skaldenmet (Odrörir)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Skaldenmet ist ein Mythos aus der nordischen Mythologie. Er ist der Honigwein nach dessen Genuss ein jeder gut singen und dichten kann.
Am ausführlichsten finden sich Quellen über den Skaldenmet in den Werken von Snorri Sturluson, etwas abweichend in jenen Dichtungen der Hávamál und schließlich in einer Reihe von Kenningar, die sich auf die wesentlichsten Inhalte des Mythos beziehen.
Auch in den Skaldendichtungen bezeugt sich der Skaldenmet seiner Beliebtheit.
Daneben gibt es bildliche Darstellungen einiger gotländischer Bildhauer aus dem 7. Jahrhundert.

Die Bekanntheit dieses Mythos ist in Europa für über 500 Jahre belegt, lässt sich jedoch global gesehen wesentlich weiter zurückverfolgen.
Wir treffen auf das Getränk Soma und den Gott Indra in der indischen Mythologie der Rigveda, die wesentliche Gemeinsamkeiten mit diesem Mythos aufweist.
Die Verwandtschaft dieses Mythos mit der griechischen Mythologie ist jedoch eher Zufall.


Skaldenmet nach Snorri Sturluson
Nach dem Krieg (Wanenkrieg) zwischen den beiden Göttervölkern, den Wanen und der Asen, spieen zur Friedensbesiegelung alle Götter in ein Fass.
Aus diesem Speichel wurde ein außerordentlich weises Wesen namens Kvasir geboren.
Dieses wurde von den beiden Schwarzalbenzwergen, Fjallarr und Galarr, ermordet und sein Blut in einem mächtigen und zwei kleinen Kesseln aufgefangen.
Aus dem Blut brauten sie, unter Beimischung von Honig einen Met, durch dessen Genuss jeder zum Dichter werden konnte.

(In der Bronzezeit war bei verschiedenen Völkern die Speichelbeimengung von Friedensgetränken ein fester Bestandteil. Das Gleiche gilt für den gemeinschaftlichen Genuss von Rauschtränken bei Zeremonien und Bundes-, sowie Friedensabschlüssen. Das beweist uns das hohe Alter.)

In der zweiten Episode der Geschichte töteten die beiden Zwerge den Riesen Gillingr und dessen Frau, wurden aber vom Sohn des Riesen Suttungr gefasst und konnten ihr Leben nur retten, in dem sie ihm den Met anboten.
Suttungr nahm das Angebot an und bewahrte den Skaldenmet im Berg Hnitbjörg auf, wo ihn dessen Tochter Gunnlöð bewachte.

Um an den Skaldenmet zu kommen, zog Odin, (der als Gott der Dichtkunst und als Verwalter des Mets angesehen wird) aus und traf auf die Knechte des Riesen Baugi.
Mit List brachte er sie dazu, einander zu töten und arbeitete dann selbst als Mäher unter anderem Namen bei ihm. Er ersetzte in seiner Tätigkeit neun Knechte und als Lohn dafür sollte er einen Schluck des Skaldenmets erhalten. Baugi lief darauf mit seinem Knecht zu seinem Bruder Suttungr, dieser aber weigerte sich, ihm auch nur einen Tropfen zu geben.

Odin veranlasste Baugi mit einem Bohrer ein Loch in den Berg Hnitbjörg zu bohren, durch welches Odin in Schlangengestalt schlüpfte.
Nach dem er drei Nächte mit der Riesentochter Gunnlöð verbracht hatte, gab sie ihm zum Dank drei Schluck des Mets. Daraufhin verwandelte sich Odin in einen Adler und flog nach Asgard. Dort spie er den Met in die Schüsseln der Asen.

Skaldenmet nach den Hávamál (104 - 110)

Diese Erzählung scheint auf den ersten Blick die Gleiche, wie die von Snorri, nur in einigen Punkten weicht sie davon ab:

* Nach dem Raub des Skaldenmets durch Odin der in dieser Dichtung weder in Schlangen-, noch in Adlergestalt auftritt, veranstalteten die Reifriesen eine Suche nach dem Metkessel.
* Der Riese heißt hier nicht Suttungr, sondern gleich wie bei Snorri das Fass des Mets, nämlich Óðrœrir.
* Hnitbjörg kommt in der Dichtung gar nicht vor.
* Odin habe sich bei der Gunnlöð, die hier die Tochter eines anderen (nämlich von Fjallarr) ist, betrunken.

Skaldenmet nach der Kenningar
Die meisten Details von Snorris Erzählungen bestätigen sich durch alte Kenningar. Nämlich:

* Kvasirs Blut
* Gillingrs Ermordung
* Trank der Zwerge
* Die im Berg verborgene Flut der Zwerge
* Odins Diebstahl
* Saat des Adlerschnabels

Etymologie




Fjallarr und Galarr
Unsicher ist die Bedeutung des Zwergesbruders Fjallar. Sie könnte für fela, „Der Verberger“ passen.
Oder es kommt aus dem neunorwegischen fjela, was „Späher“ bedeutet.
Die jüngsten Erklärungen deuten den Namen als „Verberger, Betrüger“.

Galarr stammt hingegen eindeutig vom altnordischen Wort für „Schreier“.

Gillingr

Gillingr stammt aus dem altnordischen und bedeutet „der Lärmer“ (Schreier)

Suttungr
Der Mangel an Informationen aus der Skaldendichtung gibt Suttungr eine recht magere Stellung und es ist dadurch nicht möglich, eine genauere Definition seines Namens aus dem Mythos zu ersehen.
Möglicherweise bedeutet Suttungr: suþþungr , d.h. „Vom Trank beschwert“, oder es stammt vom norwegischen Wort: sutta, „schnell bewegen“.
Die unklare Stellung Suttungrs stellt auch die Frage, ob der Riese bei der ursprünglichen Form der Sage tatsächlich eine Rolle gespielt hat, oder ob Snorri ihn erst mit dieser Position versah.

Gunnlöð
Dies ist altnordisch und bedeutet „Einladung zum Kampf“. Dieser Name wäre eigentlich für eine Walküre typischer. Ausserdem ist das der Name der Tochter von Suttungr, der ihr den Odrörir zur Bewachung überließ, nachdem er ihn von den Zwergen Fialar und Galar zum Tausch gegen deren Leben erhalten hatte.
Der Trunk wurde ihr allerdings später von Odin durch List entwendet.

Hnitbjörg

Dies ist altnordisch und bedeutet „Stoßfels“ Durch den Namen wird eine Verbindung zu den sich öffnenden und schließenden Bergen einiger Märchen ersehen.
Auch die Deutung als ein Tor der Unterwelt wäre denkbar. (Gerade die Märchen der Brüder Grimm orientieren sich bekanntlicherweise sehr stark an den alten Sagen der nordischen Mythologie.)

Baugi
Baugi bedeutet „Der Krumme“. Er wird bei Snorri als Bruder von Suttungr eingesetzt. Baugi und seine Gestalt dürfte demnach von ihm erfunden sein.

Óðrœrir

Dies bedeutet altnordisch etwa: „Der zur Ekstase Anregende“, aber auch einfach „Rauschtrank“ und „Verjüngungstrank“. Ursprünglich war das Wort ein Synonym für den Skaldenmet selbst.
Snorri hat dies durch eine unklare Stelle in den Hávamál abgeändert.

Parallelen zum indischen Rigveda und anderen Mythologien
Soma war ebenfalls ein kultischer Dichttrank, den Indra mittels eines Vogels, möglicherweise er selbst in Gestalt eines Vogels, aus einem Versteck im Berg geraubt hat. Auch er entkam nur knapp.

Bei den Griechen brachte ein Adler den göttlichen Nektar von einem hohen Bergquell dem heranreifenden Zeus in dessen Versteck auf Kreta.

Gunnlöðs Verführung von Odin lässt sich auch in der griechischen Mythologie finden, nämlich in der Sage von Zeus und Persephone. Diese ist in einer Höhle eingeschlossen, als Zeus sich in der Gestalt einer Schlange naht.

Dies weist doch sehr auf ein gemeinsames Erbe aus indogermanischer Zeit hin.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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