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#1

RE: Was sind eigentlich Wichtel?

in Mythologie 04.07.2005 16:46
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

lt. Wickipedia:

Ein Wichtel (der kleine Wicht), auch Wichtelmann ist ein kleines Phantasiegeschöpf, das vor allem in nordischen Sagen Gutes tut. Der hilfreiche kleine Hausgeist ist auch zu Schabernack geneigt. Er kommt auch häufig in Bilderbüchern vor, z.B. in vielen Werken von Fritz Baumgarten. In modernerer Fantasy-Literatur sind Wichtel auch böse Geister, die Übles aushecken und Hexen dienen. Die Rolle der guten Geister fällt dabei den Heinzelmännchen zu.

Wichteln oder Grabbelsack (oder vor Weihnachten auch Julklapp, in Österreich auch: Engerl-Bengerl-Spiel) ist ein vorweihnachtlicher Brauch, der in Jugendgruppen, Vereinen oder unter Arbeitskollegen gepflegt wird. Kern des Brauches ist das Beschenken zwischen den Teilnehmern, ohne dass der Beschenkte erfährt, von wem sein Geschenk ist. Unterschiedlich ist, ob der Schenkende (Wichtel) bereits weiß, wer sein Geschenk erhält, oder die Geschenke zufällig verteilt werden. Die Art und der Wert der Geschenke wird meist vorher festgelegt. Eine Variante: Schrottwichteln oder Horrorwichteln - hier wählt jeder Schenkende einen ihm besonders ungeliebten oder geschmacklosen Gegenstand aus seinem Hausrat als Geschenk aus.


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#2

RE: Was sind eigentlich Wichtel?

in Mythologie 25.02.2006 22:00
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Die Lutken (Lutki)

Die sorbische Variante der Wichtelmänner heißt Lutken.

Sie sind freundliche, dem Menschen meist wohlgesinnte Wesen,sehen aus wie winzige Menschen, kleiden sich der Sage nach in rot oder weiß.

Ihre Wohnungen befindet sich draußen in der Natur, in Berghölen, im Wald, unter alten Bäumen, immer aber unter dem Erdboden versteckt. Dort führten sie ihren Haushalt, kochten in Näpfchen und Töpfchen aus dickem Ton und buken winzige Brote. So konnte auch die Meinung entstehen, daß die oft in der Erde aufgefundenen Urnen den Lutken gedient hätten. Die Lutken waren arglose Leutchen, die Musik, Gesang und Tanz liebten und mit den Menschen gute Freundschaft hielten. Sie borgten sich öfter Geräte von ihnen, ein Butterfaß, einen Backtrog, und brachten ihnen dafür kleine Brote oder andere Geschenke. Ganz früher sollen sie auf der Erde gewohnt haben. Aber als mit dem Christentum auch die Kirchenglocken ins Lausitzer Land Einzug hielten, konnten die Lutken den harten Klang nicht ertragen und flüchteten ins Erdinnere. Dort sollen sie manchmal auch Schätze hüten. Die Menschen erfahren davon, wenn an jenen Stellen nachts kleine blaue Flämmchen züngeln. Und manchmal gelingt es sogar, die Schätze zu heben.

eine Sage geht:

Wo die Lutken wohnten

An der Landstraße, die von Lieberose durch den Drachhausener Wald nach Cottbus führt, liegt der Judenhügel. Diese Erhebung hat ihren Namen zur Erinnerung an einige jüdische Händler erhalten, die hier einst von Räubern überfallen und ausgeplündert worden waren. Dort ist es auch heute noch nicht recht geheuer. Ein sehr nüchterner und kluger Mann erzählte davon folgendes:

"Ich ging einstmals spätabends von Lieberose nach Drachhausen heimwärts. Als ich bis zum Judenhügel gekommen war, wollte ich mir eine Pfeiffe Tabak anzünden. Ich reibe das Streichholz an meiner Lederhose, eins nach dem anderen, aber keins will brennen. So werfe ich die verflixten Dinger ärgerlich weg. Plötzlich sehe ich um mich herum eine Menge kleiner, schwarzer Menschen mit großen Hüten und schwarzen Bärten. Mächtig erschrocken, versuche ich weiter, ein Streichholz anzuzünden aber es geht nicht. Ich werfe wieder eins nach dem anderen weg, und die kleinen Gestalten fangen alle auf. Dazwischen höre ich ein Murmeln und Gewisper, und die Kleinen springen behende um mich herum. In größter Angst rannte ich davon, verlor dabei noch meinen Hut und kam schweißgebadet zu Hause an. Die Leute im Dorf erzählten mir nachher, daß die kleinen Kerle da in dem Hügel wohnten und Lutken seien."

-----------------------------------------------------------
Aber auch ganz nahe den menschlichen Wohnungen sollen die Lutken gelegentlich ihren Aufenthalt gehabt haben. Davon erzählte man in Hoyerswerda so:

Am Nordrand der alten Stadt befanden sich einst viele Scheunen und Ställe, die an kleine Bauern verpachtet waren. Ein Tischler mietete auch einmal eine solche Scheune, um dort seinem Handwerk nachzugehen. Er zimmerte vor allem Särge. Das sollten die dort wohnenden Lutken, so erzählten die Leute, gar nicht vertragen haben. Einst geschah folgendes: Nahe der Scheune spielten Kinder. Ein größeres Mädchen fuhr in einem Kinderwagen ihr kleines Schwesterchen.
Plötzlich, die Uhr schlug gerade zwölf und ein Knecht näherte sich mit Streu den Scheunen, begannen die Kinder stadteinwärts zu rennen. Der Knecht und die Mutter der Kinder eilten ihnen nach und wollten feststellen, warum denn alle so plötzlich flohen. Sie konnten nichts entdecken. Da erzählten die Kinder, daß auf einmal aus der Scheune des Tischlers drei Paare kleiner Menschen tanzend und singend herausgekommen und davongezogen seien. Der eine habe Tressen an seiner Jacke gehabt, "so wie sie die Husaren trugen, die zu Pfingsten bei uns waren", wußte ein Junge zu berichten.


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