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#1

RE: Zitate von märchenhaftenLeuten...

in Unterschied Volks- und Kunstmärchen 25.04.2007 18:37
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Während es in den exakten Wissenschaften eine strenge Klassifizierung, eine von speziellen Kongressen bestätigte einheitliche Terminologie und eine sich ständig weiter entwickelnde Methodik gibt, fehlen alle diese Voraussetzungen auf dem Gebiet der Märchenforschung. Die bunte Vielfalt und der ausgesprochene Formenreichtum des Märchenmateriales machen eine exakte Lösung der Probleme sehr schwierig....


Zitat von Wladimir Jakowlewitsch Propp (russisch Владимир Яковлевич Пропп, wiss. Transliteration Vladimir Jakovlevič Propp; * 17. April/30. April 1895 in Sankt Petersburg; † 22. August 1970 in Leningrad) war ein russischer Folklorist.

Er gilt als Begründer der morphologischen bzw. strukturalistischen Folkloristik. Zwischen 1914 und 1918 studierte er russische und deutsche Philologie. Danach unterrichtete er die deutsche Sprache an verschiedenen Hochschulen in Leningrad. Seit 1938 und bis 1969 war er Professor an der Staatlichen Universität in Leningrad (jetzt wieder Sankt Petersburg) für Germanistik, russische Literatur und Folklore.

1928 erschien sein bahnbrechendes Werk Morphologie des Märchens. Das Buch wurde 1958 in den USA auf englisch veröffentlicht, was Propp weltweite Anerkennung verschaffte. 1946 erschien das Buch Die historischen Wurzeln des Zaubermärchens.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#2

RE: Zitate von märchenhaftenLeuten...

in Unterschied Volks- und Kunstmärchen 25.04.2007 19:48
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Unsere Grimms Märchen wurden von Großmüttern- so behaupteten die ersten Märchenforscher-ihren Enkelkindern erzählt. Dies ist sicher nicht die ursprüngliche Situation, in der Märchen entstanden. Von außereuropäischen Völkern wissen wir, dass Märchen fast nur für Erwachsene erzählt werden. Oft ist es sogar Frauen verboten, zuzuhören.Märchen befassen sich also mit der Welt,die von Männern, die in den meisten gesellschaften ja dominieren, ernst genommen wird. Wenn wir versuchen, unsere Märchen unter diesem Aspekt zu sehen, dann müßten sie ebenfalls in gesellschaften entstanden sein, in denen sie für erwachsene erzählt wurden. In jüngster zeit sind von mir Untrsuchungen vorgenommen worden, diese Gesellschaften wiederzufinden....
Zitat August Nitschke



August Nitschke, Emeritus für mittelalterliche Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart, feiert am 18. September seinen 75. Geburtstag. 34 Jahre, seit 1960, lehrte er an der Universität. Nitschke setzte sich nachdrücklich für den Ausbau der Technischen Hochschule zur Volluniversität ein und trug maßgeblich zur Etablierung der Geisteswissenschaften an der Uni Stuttgart bei. Das Historische Institut verdankt ihm sein Bestehen. Die Einrichtung der Studiengänge "Geschichte" sowie "Geschichte der Naturwissenschaften und Technik" geht wesentlich auf sein Wirken zurück.

August Nitscke war Dekan (1968/69) der damaligen Fakultät für Natur- und Geisteswissenschaften, diente der Universität als Prorektor (1970/71 und 1978/79) und übernahm während einer längeren Krankheit des früheren Rektors Blenke zeitweilig dessen Amtsgeschäfte; zudem setzte er Akzente als langjähriges Senatsmitglied.

Mitbegründer der Historischen Anthropologie

Nitschkes frühe Arbeiten galten der Epoche des Investiturstreits, dem staufischen Sizilien und der Quellenkunde des 13. Jahrhunderts. Die Tätigkeit an einer Universität mit ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten veranlaßte ihn, nach den historischen Bedingungen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und technischen Handelns zu fragen. Über Jahrzehnte hinweg hat er mit Erfolg das Gespräch mit den Natur- und Ingenieurwissenschaften gesucht. Kooperationen in Form gemeinsamer Lehrveranstaltungen, Tagungen und Publikationen ergaben sich daraus. Die Beschreibung der physikalischen und biologischen Grundlagen geschichtlicher Existenz zog auch die Frage nach den anthropologischen Konstanten in der Geschichte nach sich. August Nitschke gehört zu den Begründern einer Historischen Anthropologie in Deutschland. Eine als Taschenbuch erschienene und damit in die Breite wirkende Einführung definierte schon 1981 deren Aufgaben und Ziele: die Eigenart von Gefühlen, Bedürfnissen und Verhaltensweisen in früheren Epochen zu beschreiben und deren Wandel in der Geschichte zu ergründen. Auch mit zwei Funkkollegs (zur Methodik der Geschichtsforschung sowie zur Kultur der Jahrhundertwende 1900) wirkten Nitschkes Anregungen in eine breite Öffentlichkeit hinein.
Frühzeitig vertrat er den Standpunkt, daß die historische Forschung von den Einsichten der Ethnologie profitieren und die Analyse der Lebensformen und Denkweisen sogenannter einfacher Völker gerade für die Beschreibung der älteren Epochen in der europäischen Geschichte hilfreich sein könne. Das Studium der außereuropäischen Geschichte und der interkulturelle Vergleich waren August Nitschke daher immer ein Anliegen.

Von der Sozialgeschichte der Kindheit bis zur Märchenforschung

In seinen 14 Monographien und wissenschaftlichen Publikationen deckt Nitschke ein breites Spektrum ab: das reicht von der Sozialgeschichte der Kindheit über Feindbilder im 20. Jahrhundert, den Zusammenhang von Naturerkenntnis und politischem Handeln bis zur Umweltgeschichte, Märchenforschung und der Geschichte des Tanzes. Er betreute neun Habilitationen und führte zahlreiche Doktoranden zur Promotion. Als Gastwissenschaftler wirkte er 1987 am Wissenschaftskolleg in Berlin, 1991/92 am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld und folgte Einladungen in die USA, nach Japan und China. Für seine Verdienste um die Geschichtsforschung im In- und Ausland wurde August Nitschke 1986 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Seit der Emeritierung zum 30. September 1994 kann sich Nitschke nun endlich auch seinen künstlerischen Neigungen und Interessen widmen. Doch nicht nur Beiträge zu Fachzeitschriften und die Edition einer lateinischen Chronik aus dem späten 13. Jahrhundert, sondern auch ein Buchvorhaben zur nordafrikanischen Felsmalerei lassen erkennen, daß er keineswegs im Ruhestand zu verharren gedenkt.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#3

RE: Zitate von märchenhaftenLeuten...

in Unterschied Volks- und Kunstmärchen 25.04.2007 20:08
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Ich behaupte, dass ein Märchen erzählt wird, weil in den Zuhörern angestaute Familienkonflikte es so fordern...
Märchen sind Psychodramen von Familienkonflikten, die durchgearbeitet werden wollen.
Zitat Walter Scherf



Walter Scherf (* 11. Juni 1920 in Mainz) ist ein deutscher Kinder- und Jugendliteratur- sowie Märchenforscher.

Zwischen 1946 und 1949 studiert Scherf Physik, Mineralogie und Musikwissenschaft an der Universität Göttingen.
Zur selben Zeit gründet und leitet er Jugendgruppen, wird 1949 Bundesführer der deutschen Jungenschaft. Sein Fahrtenname ist tejo. In dieser Zeit schreibt er auch „Das große Lagerbuch“, das in bündischen Gruppen ein Klassiker ist.
Im Anschluss an sein Studium arbeitet er als Setzer, Zeitschriften-Redakteur, Lektor sowie als Verlagsleiter. Von 1957 bis 1982 ist er Direktor der Internationalen Jugendbibliothek (IJB) in München. Daneben ist er auch als Übersetzer tätig.
Seine bekannteste Übersetzung ist „Der kleine Hobbit“ von J. R. R. Tolkien. Außerdem schreibt er viele bekannte Lieder der heutigen Bündischen Jugend, zum Beispiel „Die Regenfrau“, „Hier wächst kein Ahorn“ und „Summt der Regen“.

Nach seiner Pensionierung im Jahre 1982 widmet er sich überwiegend der Märchenforschung und setzt sein in den 1960-er Jahren begonnenes Studium der Pädagogik, Psychologie und Volkskunde an der Universität München fort.
Er promoviert 1986 mit der Dissertation „Die Herausforderung des Dämons: Form und Funktion grausiger Märchen“. Danach ist er Lehrbeauftragter für Volks-Erzählforschung in Innsbruck und München (bis 2001).
Sein Hauptwerk als Märchenforscher ist das zweibändige „Märchenlexikon“ aus dem Jahre 1995.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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