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#1

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 25.05.2007 13:50
von PiaM (gelöscht)
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Erst einmal vielen Dank Gemini.

Nun, ich war ganz mutig und habe "Die kleine Elfe Mink und ihre Abenteuer" geschrieben. Sie erscheint Ende Juni 07

Nun wollte ich 2 der Abenteuer bei Euch vorstellen.

LG

Pia

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#2

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 25.05.2007 13:53
von PiaM (gelöscht)
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Die kleine Elfe Mink


Mink, mein Name ist Mink. Ich bin eine Elfe. Eine Elfe vom Wald. Dort wo alle Elfen leben. Wir sehen und schweben. Manchmal verlieben wir uns auch. Wir tanzen und singen, lassen uns treiben vom Wind. Setzen uns auf die Blätter der Bäume, welche uns sanft wiegen. Seht ihr die kleinen Lichter an den Bäumen im Sumpf? Das sind wir. Wir die Elfen.

Einen Rat haben wir auch. Den Elfenrat. Er ist gekleidet wie ein Mann. Er ist der älteste und darum auch weise. Seine Haare gehen ihm bis an die Füße und manchmal stolpert er darüber. Da müssen wir kleinen Elfen lachen. Dafür werden wir dann gescholten, über das Lachen meine ich.

Mink ist eine besondere Elfe. Mink macht immer alles anders als die Anderen und so geschah es, dass sie eines Tages einen Ausflug machte.

Sie sagte: „Ich mache einen Ausflug.“ Erstaunt wollten die anderen Elfen wissen:„Wohin?“ Zufrieden sagte Mink:„Nach draußen. Ins Reich der Menschen.“ Ermahnend sagten die Elfen:„Mink nein, mache das nicht. Menschen sind gefährlich. Sie glauben nicht an Elfen.“ Das wollte Mink nicht hören:„Ach, was ihr sagt. Das muss ich erst prüfen.“

Mink zog sich ihr silbernes Kleidchen an. Darin sah sie besonders hübsch aus und schwebte los. Auf einer Wiese erblickte Mink Pferde. „Hallo ihr da, wisst ihr wo hier Menschen sind?“ „Nein," prustete der stolze Mustang. „Nein," wieherte die Altstute. „So etwas wie einen Menschen haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Wir ziehen weit umher im Land der Freiheit, aber einen Menschen sahen wir nicht. Den letzten haben wir gesehen, als er uns das Halfter abnahm. Aber das ist schon lange her.“
Mink schwebte weiter. Sie kam an das große Meer. Da hatte es Delfine.

„Hallo Delfine, ich bin Mink. Habt ihr einen Menschen gesehen?“
„Hallo Mink, nein, wir sind die Herren der Meere, aber einen Menschen haben wir nicht gesehen, den letzten den wir sahen, der holte mit dem Netz die Fische aus dem Meer. Als wir die Netze kaputt machten, gingen sie, die Menschen meinen wir.“ pfiffen die Delfine.

Mink schwebte weiter. Sie kam in die Wüste. „Hallo Ihr Echsen, habt ihr einen Menschen gesehen?“ Hallo, kleine Elfe, wir sind die Bewohner der Wüste, aber einen Menschen haben wir nicht gesehen, den letzten sahen wir, als er durch die Wüste ohne Wasser wollte. Als kein Wasser da war, ging er.“ zischten die Echsen.

„Seltsam“ dachte Mink. „Wo sind die Menschen?“ Mink flog weiter. Sie kam in die Arktis. „Hallo ihr Robben, habt ihr einen Menschen gesehen?“ Der größte der Robben sagte: “Pfff, den letzten der Menschen den wir sahen, machte unsere Robbis kaputt. Die Robbis wollten sehen, wie die Menschen so sind, da haben sie Sie kaputt gemacht.“ „Wie furchtbar, was habt ihr getan?“

„Na wir Robben haben sie überwalzt. Seit dem haben wir keinen mehr gesehen. Das ist aber lange her. Wir sind die Herrscher der Arktis.“

Mink schwebte weiter. „Wo zum Kuckuck sind die Menschen? Jetzt habe ich die ganze Welt überflogen, aber niemand konnte mir sagen wo die Menschen sind. Ich glaube, die gibt es gar nicht“ Mink setzte sich auf eine Mohnblume und schlief ein. Leise wog sie die Mohnblume in den Schlaf. Hin und her und her und hin der Wind sang sein Lied.

Normalerweise schlafen wir Elfen nicht, aber bei einer anstrengenden Reise kann das schon mal vorkommen.
Mink dachte: „Jetzt habe ich alle gefragt und niemand hat einen Menschen gesehen.“ Sie flog nach Amerika. Sah die Büffel. „Hallo Büffel, ihr kommt weit umher, habt ihr Menschen gesehen?“ Erstaunt sagten die Büffel:„Aber kleine Elfe Mink, jeder weis doch, dass es die nicht mehr gibt.“

Leise widersprechend meinte Mink:

„Nein, unser Weiser hat gesagt die gibt es, aber sie seien gefährlich.“ Ruhig antworteten die Büffel:„Nun, wir die Büffel haben schon lange keine Menschen mehr gesehen, die letzten die wir sahen, waren Indianer, die sind der Natur gleich, respektieren die Tiere und leben mit ihnen im Einklang.“ Neugierig fragte Mink:„Und wo sind die?“ Kopf schüttelnd meinte der eine Büffel:„Nun kleine Mink, die Einen wurden von den Menschen kaputt gemacht und die Anderen sind wie sie.“ Die Steppe ist groß und weit. Gesehen haben wir schon lange keinen mehr. Wir wünschen dir Glück auf deiner Reise.“


Mink ließ die Flügel hängen. Ein Adler schwebte hoch in der Luft. „Hallo Adler, hast du einen Menschen gesehen?“ „Hallo kleine Elfe, ich bin der König der Lüfte. Einen Menschen?

Nein, den sah und siehe ich schon lang nicht mehr. Der letzte der da war, hat meinen Horst kaputt gemacht.“

„Ach“ seufzte die kleine Elfe Mink, „Ich flieg mal lieber zurück in meinen Wald und berichte es den Anderen.“ Als sie dort ankam, schwebte sie zu dem Elfenrat. „Lieber Rat, du bist alt und weise. Ich muss dir aber sagen, dass du gelogen hast. Es gibt keine Menschen. Ich habe alle Tiere gefragt, aber niemand hat welche gesehen und wenn sie welche gesehen hatten, war das lange her.“ Entsetzt sagte der Rat:„Was sagst du da Mink? Es gibt keine Menschen mehr? Das kann nicht sein. Oder doch? Ich sah mal einen Menschen, aber das ist lange her.“ Wieder lies Mink ihre Flügel hängen:„Siehst du, Menschen gibt es nicht. Du hast gelogen.“ Ermahnend meinte der Elfenrat:„Mink der Ältestenrat lügt nicht. Ich werde dir beweisen, dass es Menschen gibt.“ Mink machte sich groß und verschränkte die Arme: “Gut, dann beweise es mir.“


Als Mink den Rat verlies, saß der zusammen und beratschlagte was zu tun wäre.
„Also, so etwas, Mink sagt keines der Tiere hat Menschen
gesehen. Kann das sein? Was ist auf der Erde passiert?
Ach Mink hat bestimmt am falschen Ort gesucht. Ja, das wird es sein.“

Am nächsten Morgen stand Mink vor der Tür des Rates. „Nun? Es ist Zeit, dass du mir Menschen zeigst.“ „Ach ich dachte, es wäre erledigt.“ Mink packte den Rat am Arm:„Nein, ist es nicht. Komm jetzt.“ Sie flogen los. „Nun wohin soll die Reise gehen?“ Wollte Mink wissen. „Nun um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Ich muss erst das Einhorn fragen.“ Antwortete der Rat leise.„Das Einhorn?“ Minks Augen leuchteten.„Ja, es weiß alles und sieht tief in die Herzen. Wenn es wirklich dein Wunsch ist einen Menschen zu sehen, wird es dir sagen, wo sie sind. Sei aber auf der Hut, Menschen sind gefährlich.“


Sie schwebten zur alten Eiche, dort sahen sie das Einhorn. Ein Schein umgab es. „Ohhh, ist das schön.“ Seufzte Mink. „Hallo liebes Einhorn, kannst du mir sagen wo die Menschen sind?“ „Wer will das wissen?“ Die Augen des Einhornes blitzten. „Ich, die kleine Elfe Mink.“ „Sieh in meine Augen.“ Sagte das Einhorn.

Mink blickte in die Augen des Einhorns. Sie waren tief wie das Meer. Als Mink so hinein blickte, sah es weit hinten Menschen. „Ich kann sie sehn, ich kann sie sehn, “ rief die kleine Elfe Mink. „Aber wo der Ort ist weiß ich nicht.“ Das Einhorn sagte: „Den Ort musst du selbst finden, sei aber auf der Hut sie sind gefährlich.“ Mink packte den Ältesten und flog im riesen Tempo los.

„Halt, nicht so schnell.“ Sie flogen nach Europa. Dort sahen sie Menschen. Sie jagten dem Geld, der Macht und der Gier hinterher. Es waren wenige und doch viele. Mink setzte sich auf die Wiese. Dort sah es zwei Menschen auf einer Wiese Blumen pflücken. „He Ihr, das sind Blumen, lasst sie in Ruhe.“ Rief Mink.
Die Menschen schauten sie verdutzt an. „Wer bist du?“

„Ich bin Mink die kleine Elfe vom Wald.“ „Wald? Was ist das? Wir sind Menschenkinder, einen Wald haben wir nicht gesehen. Elfen kennen wir auch nicht. Wir wurden hierher verbannt, weil wir alles kaputt gemacht haben.
Wir sind vom aussterben bedroht. Die Natur und die Tiere haben zurückgeschlagen.“
„Das geschieht euch recht.“ „Kleine Mink, kannst du uns helfen?“ „Helfen? Bei was denn?“ „Na, irgendetwas müssen wir doch falsch gemacht haben. Wir möchten gerne wider im Einklang mit den Tieren und der Natur leben. Eine Welt ohne Tiere ist nicht schön.“ Der älteste vom Rat sagte: „Mink pass auf. Wir Elfen haben ein gutes Herz, wir sehen und erkennen. Menschen tun das nicht.“ „Nun ihr Menschenkinder, ihr müsst versprechen, dass ihr nichts kaputt macht und hört was die Tiere sagen.“ „Wir versprechen es.“ So flog die kleine Elfe Mink los und zeigte den Menschenkindern die Welt.“

Als sie wieder zu Hause waren erzählten sie alles ihren Eltern. Ihre Augen leuchteten. „Wir haben Tiere gesehen, richtige Tiere.“ Die Eltern sagten: „Nun, eure Augen haben schon lange nicht mehr geleuchtet, dass es dazu eine kleine Elfe brauchte.“ „Mink, ihr Name ist Mink. Die kleine Elfe vom Wald, dort wo alle Elfen wohnen.“

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#3

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 25.05.2007 13:56
von PiaM (gelöscht)
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Die kleine Elfe Mink im Reich der ES

Als Mink so in ihrem Baumhaus sass, klopfte es an der Tür. „Ja, wer ist da?“ Eine dunkle Stimme erwiderte: „Ich, der Elfenrat.“ Mink erhob sich aus ihrem Gänseblümchensessel und öffnete die Tür.
„Du, Herr Rat?“ Der Rat grinste. „Darf ich eintreten?“ Mink wich einen Schritt zurück und gewährte dem Rat Einlass. „Nun lieber Rat, ich habe aber keinen gequetschten Schnaps.“ Laut lachend meinte dieser: „Das ist nicht der Grund weshalb ich hier bin.“ Mink machte grosse Augen. „Ja, warum denn?“ Der Rat zeigte auf den zweiten Gänseblümchensessel und fragte: „Darf ich mich setzen?“ Mink rückte den Gänseblümchensessel zurecht und sagte: „Ja, bitte schön. Möchtest du, lieber Rat, einen Holunder gequetschten Saft?“
Der Rat nickte: „Einen Holunder gequetschten Saft habe ich schon lange nicht mehr getrunken.“ Mink schwebte zur Wurzel, öffnete den Deckel und sagte: “Liebe Wurzel, zweimal Holunder gequetschten Saft bitte.“ Die Wurzel fing an zu rütteln und raus kamen zwei Tropfen Holunder gequetschter Saft.

Mink stellte die Gläser auf den Tisch, der eine Holunderblüte war. „Mink, setze dich und hör mir zu.“ Mink setzte sich auf den Gänseblümchensessel und sagte: „Prost Herr Rat, was gibt’s denn?“ Der Rat erhob sein Glas und sagte: „Prost kleine Mink. Wie du weißt, haben wir das Alpha Elfen Projekt abgeschlossen und nun sind wir am Beta Elfenprojekt. Die Wissenschaft hat viel zu tun und darum dachten wir, du könntest vielleicht mitmachen.“ Mink sprang von ihrem Gänseblümchensessel auf. „Was ich Herr Rat?“ Der Rat sagte: „Nun du bist eine neugierige kleine Elfe, die kein Risiko scheut. Dazu kommt, dass du sehr schlagkräftig bist. Der Elfenrat hat beschlossen, das Beta Elfenprojekt mit dir zu machen.“ Mink fing an zu kichern. „Das ist ja wohl ein Witz?“ Kopfschüttelnd meinte der Rat: „Nein, ist es nicht. Es geht um das Reich der ES.“ Mink fiel das Lachen aus dem Gesicht. „Das Reich der ES, das ist aber schwierig und gefährlich.“ Der Rat seufzte: „Nun Mink, im Reich der ES herrscht viel Unzufriedenheit. Die ES beutet ihre Untertanen aus, um selbst zu glänzen.“
Mink räusperte sich: „Nun lieber Rat, wie du weißt, muss ich mir das erst anschauen. Kommst du mit?“ Der Rat erhob sein Tautropfenglas und stiess mit Mink an. „Natürlich komme ich mit. Morgen geht es los.“ Der Rat trank aus und verabschiedete sich von der kleinen Mink.
Die kleine Elfe sass auf ihrem Gänseblümchensessel und fragte sich immer wieder: “Warum ich?“ Die Trompetenblume spielte das Elfenlied „Tears of a warrior“ von Emerald Elfen Knight. Toller Elfen Rock. Gerade richtig für das Reich der ES. Die kleine Elfe mochte den Sound der Elfenband und ein Junge aus der Elfenband schrieb Märchen für das Elfenreich. Mink öffnete den Steinbaumschrank und stopfte ein paar Sachen in ihren Rucksack. Der Rucksack motzte wie immer: „Zum Donnerwetter, pack mich nicht immer so voll.“ Mink stopfte noch mehr hinein. „Ach Rucksack, du motzt doch immer.“ Am nächsten morgen schwebte die kleine Elfe zum Rat. „So, hier bin ich.“ Der Rat sagte: “ Das Reich der ES ist weit. Heute nehmen wir die Schnecken mit.“ Minks Augen leuchteten.
„Was, die super tollen Rennschnecken?“ Kopfnickend meinte der Rat: „ Ja, die Schnecken kennen den Eingang zum Reich der ES.“ Als der Rat und Mink das Elfenratbaumhaus verliessen, warteten die Schnecken bereits ungeduldig. „Ja wo bleibt ihr denn? Es ist ein langer Weg ins Reich der ES und es ist schon Tag.“ Mink ging zu den Rennschnecken und hielt ihnen Salat unter die Nase. „Esst erst einmal, damit ihr gestärkt seid.“ Die Rennschnecke erwiderte: “Tsss, aber Mink, wir haben schon längst gegessen, ihr seit Trödelsusen.“ Der Rat und Mink stiegen ein und los ging die Reise ins Land der ES . Weit war die Reise über Hügel, Flüsse, Steppen und Wälder.
Mink schrie auf: „Schau mal Rat, dort ist das Land der ES.“ Am Eingang rankten sich die wilden Weinreben und man musste sich fragen, wie man da wohl hinein kam. Die Rennschnecken stoppten.
„Ehre mit Weile den Spiegel.“ Die Weinreben öffneten sich und das Land der ES lag dem Rat und Mink zu Füssen. Sie stiegen aus und bedankten sich bei den Rennschnecken.
„Wir warten hier auf euch.“
Mink stutzte: „Was ist denn hier los?“ Der Rat hielt Mink an der Hand fest. „Bevor wir los schweben, musst du wissen, dass das ES zu beseitigen ist. Der Elfenrat hat es so beschlossen. Wie wir das machen, bleibt uns überlassen.“ Mink krümmte die Augenbrauen und runzelte die Stirn.
„Na toll, man wird sehn. Ist das denn von Nöten?“
Der Elfenrat machte eine wegwischende Geste.
„Genug der Worte, Mink, urteile selbst.“
Die kleine Elfe schwebte los und kam an einen Acker. „Hallo liebe Kartoffeln, wie geht es euch?“
Die Kartoffeln drehten sich um. „Psssst, nicht so laut, wenn das das ES hört. Wir dürfen hier nicht reden, wir müssen hier nur arbeiten.“ Mink prustete: „Ja was ist denn hier los?“ Eine dicke fette Kartoffel walzte auf Mink zu. „Pssst, Mink, leise. Das ES darf uns nicht hören. Das ES lässt uns hier arbeiten und wenn unsere kleinen Kartoffeln so weit sind, müssen wir sie abgeben und dann werden sie gefressen.“ Die dicke Kartoffel schluchzte. Mink erschrak. „Waaas? Gefressen?“ – „Ja kleine Mink, das ES frisst unsere Babykartoffeln.“ – „Ja das ist ja furchtbar.“ „Eben drum, pssst, dass uns das ES nicht hört.“
Mink schrieb es in ihr schwarzes Buch und schwebte weiter. Sie kam zu den Kürbissen. „Hallo liebe Kürbisse, wie geht es euch?“ Die Kürbisse erstarrten. „Pssst, nicht so laut, wenn das das ES hört.“ Mink hielt sich den Mund zu. „Wir, die Kürbisse, dürfen hier nur arbeiten. Wenn wir gross und fett sind, müssen wir zur ES und aus uns werden Lampions gemacht.“
Man konnte das Fragezeichen in Mink`s Augen sehen. „Lampions?“
„Ja, Lampions für die Feste der ES.“- „Ja, das ist ja furchtbar.“ - „Pssst, nicht so laut, wenn das das ES hört.“ Mink schüttelte den Kopf, schrieb es in ihr schwarzes Buch und schwebte weiter. Sie kam zu den Weinreben. „Hallo liebe Weinreben.“
„Wer stört uns beim Sonnenbaden?“ wollten die Weinreben wissen. „Ich, die kleine Elfe Mink.“
„Psssst, wenn das das ES hört. Wir müssen hier in der Sonne brutzeln, bis wir dunkelrot sind, dann kommen wir in einen Korb, der Korb geht dann zur Quetsche, dort müssen wir hinein und werden solange gequetscht, bis aus uns Saft wird. Dann säuft uns das ES auf.“
Mink erschrak.
„Waas, gequetscht?“ – „Psst nicht so laut, wenn das das ES hört.“ Mink schlug ihr schwarzes Buch auf und schrieb alles hinein. In Windeseile schwebte sie zum Elfenrat. „Also, ich muss schon sagen, das ES ist ein Monster.“ Der Rat lachte. „Ja, bei diesem Monster sind wir heute eingeladen. Es gibt gequetschten Traubensaft und Kartoffeln.“ Mink schüttelte sich. „Igitt. Mit denen habe ich gerade gesprochen.“ Der Rat spitzte seine Ohren. „Gesprochen?“ – „Ja, sie haben mir ihr Leid geklagt und ich habe alles in mein schwarzes Buch geschrieben.“ Der Rat schüttelte den Kopf. „Aber Mink, im Reich der ES darf nicht gesprochen werden. Das einzige, was hier spricht und feiert, ist das ES.“ Mink verstand gar nichts mehr. „Was zum Kuckuck ist das ES?“
Der Rat setzte sich auf einen Pilz und sagte: “Das wirst du heute Abend sehn.“ Ungeduldig rutschte die kleine Elfe hin und her. „Wann ist es denn endlich Abend?“- „Mink sei nicht so ungeduldig. Erinnerst du dich an die Eingangstür? Ehre mit Weile den Spiegel.“ Mink sprang von ihrem Pilz auf und rannte einer Ameise hinterher.
„Bis gleich lieber Rat.“ Der Rat nahm sein Buch zur Hand und schüttelte den Kopf und seufzte. „Hhhhh, bis die kleinen Elfen gross sind. Man hat’s nicht leicht.“ Pünktlich um sieben kamen die Rennschnecken. „So kleine Mink, jetzt wird’s ernst. Einsteigen, los geht die Fahrt.“ In windeseile rasten die Rennschnecken zum Schloss der ES.
„Das ES wohnt in einem Schloss?“ – „Ja, was meintest du denn?“ Der Rat und Mink stiegen die grosse Treppe hinauf und klopften an das grosseTor.
„Wer klopft da?“ Mink wurde klein und versteckte sich hinter dem Elfenrat. „Nichts da Mink. Du kennst unsere Aufgabe.“ Brav stellte sich Mink neben den Elfenrat und rief: „Wir, die Elfen aus dem Elfenreich.“ Das grosse Tor wurde geöffnet.
Man sah eine grosse Halle und am Ende der Halle stand ein Thron. Die Halle war geschmückt mit Kürbissen. Auf dem Galatisch stand eine Schüssel, voll mit dampfenden Babykartoffeln. In den Kristallgläsern befanden sich die gequetschten Weintrauben. Mink schauderte es. Sie gingen weiter und erblickten das ES auf demThron.

Das ES hielt einen Spiegel in der Hand und betrachtete sich. Der Elfenrat sagte: „Guten Abend liebes ES. Du siehst aber heute wieder entzückend aus.“ Das ES sprang auf und wand sich nach allen Seiten. „Meinst du das wirklich, meinst du das wirklich? Ich bin schön?“ – „Aber liebes ES, du weißt doch, dass ich von deiner Schönheit und Intelligenz geblendet bin.“ – „Hoch wie nett, wie rührend, setzt euch, setzt euch und erzählt mir vom Elfenreich.“ Mink hatte mal wieder eine Idee. „Liebes ES, dein Schloss ist aber wirklich schön.“ – „Ach ist sie nicht niedlich diese kleine Elfe. Wie heisst du mein Kind?“
„Mink, mein Name ist Mink ich bin die kleine Elfe aus dem Wald.“ – „Erzähl, erzähl, wie ist es bei euch.“ „Nun, ich wohne in einem Baumhaus.“ – „Hoch wie entzückend, wie reizend, da wollte ich schon immer einmal wohnen, da werde ich ja ganz neidisch. Erzähl, erzähl.“ – „Nun, da hat es viele Tiere und auch Pflanzen.“ – „Was, Tiere und Pflanzen?“ Die Tomate, die das ES war, wurde immer dicker und dicker vor Neid. Je mehr Mink erzählte, umso dicker wurde die Tomate, bis es einen Riesenschlag tat und das ES platzte.
„So lieber Rat, Auftrag erledigt.“ Obst und Gemüse eilten herbei und stopften die Tomatensosse in Flaschen und schraubten den Deckel zu. Das ganze Reich der ES jubelte. Mink sagte zum Rat: „So lieber Rat, jetzt haben wir Tomatensosse in der Flasche. Ich taufe sie auf den Namen Ketchup.“ Der Rat lachte sich halb krumm. In Windeseile brachten die Rennschnecken sie zurück ins Elfenreich. Der Rat beraumte eine Versammlung ein und stellte das Ketchup auf den Tisch. Grinsend sagte er: „Bitte schön Elfenrat. Auftrag erledigt.“ Der Elfenrat staunte. „So schnell? Was ist das?“ „Nun, Mink sagt, es heisse Ketchup.“ Der Elfenrat war zufrieden.
Das war Mink im Reich der ES oder wie die Elfen zum Ketchup kamen.



Dieser Beitrag kommt am 10.06.2007 am Radio

www.feelgoodradio.net

11Uhr & 15 Uhr


LG

Pia

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#4

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 26.05.2007 15:28
von PiaM (gelöscht)
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So hier noch etwas zum lachen.

Wie der Nürnberger Lebkuchen zu den Elfen kam

Einst machte sich die kleine Elfe Mink auf den Weg nach Nürnberg. Sie hatte gehört, dass Nürnberg eine Lebkuchenstadt sei. Durch Zufall traf sie dort auf den Weihnachtsmann.
„Lieber Weihnachtsmann, kannst du mir sagen wie die Nürnberger Lebkuchen gemacht werden?“
„Ho Ho Ho, kleine Mink, ich hatte dich schon erwartet. Da musst du in die Weihnachtsbäckerei zum Kobold, der kann es dir sagen.“
Mink flog los und machte an der Weihnachtsbäckerei halt. Ein kleiner Kobold fragte: „Bist du Mink?“ Kopfnickend sagte Mink: „Ja, ich bin Mink und möchte wissen wie die weltberühmten Nürnberger Lebkuchen gemacht werden.“ Der Kobold nahm Mink an der Hand und schleppte sie in die Lebkuchenbäckerei.
Ein Wurzelsepp sagte: „Ja hallo Mink, des san fei Nernberger die Originalen. Also da nimmst zu erscht die Eier und den Zugger. Den tust schaumig rührn. Dann nimmst die restlichn Zudaden und rührst se drundär. Noch und noch. Bis es an gschmaidigen Daag gibt. Danoch nimmst an Teeleffel und dust zwa Teeleffel von der Dagmassn auf die Obladen. Die Obladen mit der Dagmassn gibst auf a gfettets Blech und backst ders 12 Minuden bei 210 Grod aber af der middlern Schina. Nach em baggen dust ders no mit em Zuckerwasser bestrachen. Host mi verstandn?“ Mink schüttelte sich und sagte: “Lieber Kobold, habe vielen Dank. Ich habe alles notiert. Jetzt gibt es im Elfenreich richtige Nürnberger Lebkuchen.“

Im Elfenreich angekommen, übersetzte die kleine Elfe Mink das Rezept wie folgt:
Eier und Zucker schaumig rühren, restliche Zutaten nach und nach dazugeben, bis es ein geschmeidiger Teig wird. Anschliessend,
Teigmasse auf die Oblaten geben. Diese auf ein Blech legen und ca. 12 Minuten bei 210 Grad auf der mittleren Schiene backen. Nach dem Backen die Lebkuchen mit Zuckerwasser bestreichen.
Fertig.

Die Elfen mischten und rührten. Es war eine Wonne zuzusehen. Sie legten den Teig auf die Oblaten und schoben sie in den Ofen. Nach 12 Minuten machte es einen dumpfen Schlag und der Küchenofen platzte. Mit Teig verschmiert standen die Elfen mit offenem Mund da. Mink schaute verdutzt. “So haben sie es mir gesagt. Elfenrat, Elfenrat die Küche ist geplatzt.“ Der Elfenrat kam herbei geschwebt, lachte sich halb krumm und sagte: „Gut dass es den Elfenrat gibt, der weiss und sieht alles. Ihr habt vergessen, das Rezept in unsere Grösseneinheit umzurechnen.“ Erleichtert schauten die Elfen Mink an. „Ahh, da muss ich zum Elfenmathematiker, der weiss das.“
In Windeseile wurde umgerechnet und neu gebacken, denn es war ja schon fast Weihnachten.
Wenn ihr genau hinhört, könnt ihr die kleinen Elfen kurz vor Weihnachten im Wald schmatzen hören. Das liegt dann an den Nürnberger Lebkuchen. Den Originalen.

Das Rezept

3 Eier
200g Zucker
½Zitronengel
Pr.Nelken
Pr.Kardaman
8g Zimt
Pr. Salz
50g Zitronat
150g gehobelte Mandeln
250g Mehl
Zuckerwasser aus
1 EL Zucker und 1 EL Wasser

[ Editiert von PiaM am 28.05.07 12:01 ]

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#5

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 04.06.2007 18:35
von PiaM (gelöscht)
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Habe das Referenzexemplar der Mink erhalten und zum Druck freigegeben.

Freu

Jetzt dauert es ca. 2 Wochen, dann ist es bei Amazon

LG

Pia

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#6

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 04.06.2007 20:33
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

vergiss dann nicht, das hier bekannt zu geben


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#7

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 04.06.2007 20:59
von PiaM (gelöscht)
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Mach ich. Dank auch schön.

Als nächstes mache ich eine Märchenanthologie.

Wäre schön, wenn auch der Märchenzauber dabei wäre.

www.piabaechtold.beep.de

LG

Pia

[ Editiert von PiaM am 04.06.07 21:00 ]

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#8

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 04.06.2007 21:37
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

ohh, Pia da haben wir hier eine Autorin, die in der Elfenwelt so ziemlich zu Hause ist, deren Geschichten würden gut passen, meine ich, das ist die Nessi Dominkus,hier als 5010 zu finden.


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#9

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 05.06.2007 07:49
von PiaM (gelöscht)
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Hallo Gemini

Das wäre aber super nett von Euch.

LG

Pia

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#10

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 12.06.2007 18:10
von PiaM (gelöscht)
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Die Mink ist ab jetzt im Handel

LG

Pia

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#11

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 12.06.2007 19:33
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Pia, hast Du ein Coverbild für uns?


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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#12

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 12.06.2007 19:48
von Märchenengel (gelöscht)
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>Als nächstes mache ich eine Märchenanthologie.

Hallo Pia hört sich gut an...aber sowas von!
lieben Gruß vom Märchenengel

[ Editiert von Märchenengel am 12.06.07 19:50 ]

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#13

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 13.06.2007 16:18
von PiaM (gelöscht)
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Coverbild müsste ich Dir per e-mail schicken.

Auf dem Buch ist es aber etwas anders.

@Märchenengel

Mein Motto: Märchen nach vorn.

LG

Pia

[ Editiert von PiaM am 13.06.07 16:25 ]

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#14

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 20.06.2007 16:14
von PiaM (gelöscht)
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News

Habe schon 30 Geschichten für die Antho.

LG

Pia

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#15

RE: hier ist Pias Bereich

in Märchenschreiber 20.06.2007 20:56
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

freut mich , ich hoffe, Nessi hat sich auch gemeldet...
Mein einmaliger Ausflug in die Elfenwelt ist zu lang für die Ausschreibung, da müßte ich fast die Hälfte kürzen, und das geht nicht


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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