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#1

RE: hebräisch in Sprichwörtern

in Redensarten und Sprichwörter 18.07.2006 19:05
von mande (gelöscht)
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Es gibt eine Unmenge von Sprichwörtern, in denen das hebräische Wort das bestimmende ist. Zum Teil sind sie über das Rotwelsch und Gaunersprache zu uns gekommen.
Hier sind drei.

1.
Petzen, verpetzen.

Ursprünglich lautet das Wort ´pezetten´ und geht auf das hebräische Wort ´pazah´ (den Mund auftun) zurück.


2.
Schlemihl

Schlemihl geht auf das hebräische Wort ´Schelumiel´ (Gottesfreund) zurück
Peter Schlemihl von Adalbert von Chamisso.


3.
Schmiere stehen.

Schmiere kommt aus dem hebräischen (Schimrah=Wache), und ist über das Rotwelsch ´Schmere´ in die Gaunersprache und schliesslich zu uns gekommen.

Mande:blumeblueht:


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#2

RE: hebräisch in Sprichwörtern

in Redensarten und Sprichwörter 21.07.2006 10:59
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

made, hast Du noch mehr davon ?


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#3

RE: hebräisch in Sprichwörtern

in Redensarten und Sprichwörter 21.07.2006 13:19
von mande (gelöscht)
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Hallo Bettina,
ich könnte dir noch viele bringen, doch ich finde nicht das Buch mit ihnen. Es ist auf jiddisch und wohl nirgendswo zu kaufen, da es sich schon sehr alt ist. Hoffe es dennoch widerzufinden. Die drei oben genannten, waren so in meinem Kopf.
Weiss dennoch von drei anderen, wobei ich hoffe die hebräischen Worte in der deutschen Schreibung richtig getroffen zu haben.

1.
Es ist das Wort aalen.
Es hat keine Beziehung zu sich ausruhen und ist nur an den Aal angelehnt. Es gibt noch das Wort ´alchen´, der von die Gaunersprache kommt und stehlen bedeutet. Beide diese Ausdrücke gehen sich auf das hebräische Wort "halach" zurück, mit der Bedeutung ´wegtragen´.

2.
Die rauhe Menge.
was sich so viel heisst, das es von etwas viel gibt.
Das Wort "rauh" hat aber nicht zu tuen mit dem bekannten ´rauh´, (rauhe Stimme) sondern geht auf das neuhebräische(Iwrit) Wort "raw", was ´viel´ bedeutet.

3.
Moos haben.
Von der ursprünglichen Bedeutung her ist es Geld, und stammt von dem hebräischen "maoth", was sich Kleingeld bedeutet. Soviel ich weiss haben früher Studenten dies Moos/maoth mit Moses in die Verbindung gebracht und zwar auf grund von der biblischen Erzählung von den reichen Manne. Weiss nicht auswendig, wo es steht in der Bibel (neutestament).

Falls sich das Buch wiederfinden lässt, oder ich es in der Bibliothek von die jüdische Gemeine in Helsinki dort finde, kann ich dir dann mehr sagen.

Mit freundlichen Grüssen,
mande.:blumeblueht:

[ Editiert von mande am 21.07.06 13:20 ]

[ Editiert von mande am 21.07.06 13:22 ]


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#4

RE: hebräisch in Sprichwörtern

in Redensarten und Sprichwörter 22.07.2006 10:14
von Zwilli | 1.389 Beiträge | 1389 Punkte

Manche der rottwelschen Begriffe haben es "für immer" in den Sprachgebrauch geschafft, andere eher temporär. D.h., ich kenne sie noch, aber sie werden kaum gebraucht, schon bei meinen Kindern sind sie unbekannt.

Auf ewig wird wohl petzen bleiben, das Wort wurde wohl gebraucht für die kleinen Verätereien, Verrat bzw. verraten ist irgendwie eine Nummer zu groß für das, was damit bezeichnet wird.

Den Schlemihl kenne ich auch noch als Bezeichnung für... ja schwer zu sagen, für jemanden, der geschickt durch die Welt kommt. Ein Schlemihl ist das...
Aber ich glaube, die Schlemihls sind im Aussterben begriffen

Schmiere stehen - wurde in meiner Kindheit noch benutzt, hatte aber immer diesen Gauneraspekt. Mangels Verbindungen fehlt mir die Erkenntnis, ob es noch heute so heißt.

das aalen kenne ich nur als faulenzen, rumlümmeln

die rauhen Mengen - na endlich kenne ich die Herkunft.
Diese Steigerung von Menge hat es in die allgemeine Umgangssprache geschafft

und wenigstens ausreichend Moos haben, wer wünscht sich das nicht - wohl auch eine Bezeichnung, die es auf Dauer in den Sprachgebrauch geschafft hat, wenn die Bedeutung von Geld nicht ganz so existenziell ausgedrückt werden soll. Ohne Moos nichts los.

Mande, wann fährst Du wieder nach Helsinki?


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#5

RE: hebräisch in Sprichwörtern

in Redensarten und Sprichwörter 22.07.2006 13:08
von mande (gelöscht)
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Liebe Bettina,

Wir gehen wohl in September nach Helsinki. Marjatta hat dann ein Vortrag in der Uni. Weiss nicht welcher Tag. Die Bücherei von die jüdisch Gemeinde hat immer nur am Montag sich geöffnet. Muss irgendwie eine Abmachung mit dem Leiter machen, wegen eine Ausnahme, wenn Marjatta nicht am Montag in die Uni sein muss.
Aber bin mir auch nicht sicher, ob sich dieses Buch gerade dort befindet. Und wieviel Bücher auf jiddisch es sich dort gibt. Nur wenige Juden, wenn dann schon ganz alte, können noch jiddisch. Trotz von Kursen für jiddisch, glaube in Berlin gibt es sich wieder ein jiddisches Theater, jiddisch wird sich bald aussterben. In Israel gibt es auch nicht viele mehr, die jiddisch können. Warum auch noch lernen, obwol es die ´schönste´ Sprache für Literatur ist. Es würde sich jetzt den Rahmen sprengen, dies zu begründen.
Wer sich für jiddisch interesse hat sei emfohlen das Buch von Salcia Landmann ´Jiddisch, Abenteuer einer Sprache´. Und von Matthias Mieses ´Die Entstehungsursache der jüdischen Dialekte´.
Fernerhin von Avé Lallement in deutsch.
Und sogar bei Martin Luther. Er hat sich befasste damit und sprach von der ´Falschen Bettler Büberei´ in Verkennung der jüdischen Wörter die eingenagen sind in die Gaunersprache. Luther sei verziehen: Er konnte damals wohl nicht den Werdegang kennen.

Das zunächst. Vielleicht kann ich, wenn es interessiert, ein wenig später, muss auch wieder darüber sich nachdenken, einen kleinen Überblick geben.
Ich hoffe du verstehst alles, weil Marjatta nicht immer noch den Text, was ich schreibe kontrolliert.

Hier eine von jiddischen Flüchen (Jidische Kloless)

As ale zejn soln dir arojssfaln, nor ejn zon sol dir blajbn
far zejnwejtog.

Dass alle Zähne sollen dir herausfallen. Nur ein Zahn soll dir bleiben für Zahnweh!

Habe leider keine Tastatur nicht von die hebräische Schrift
im Computer.

Mit besten Grüssen
Mande:blumeblueht:

[ Editiert von mande am 22.07.06 13:16 ]


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#6

RE: hebräisch in Sprichwörtern

in Redensarten und Sprichwörter 10.03.2008 19:06
von mande (gelöscht)
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Jidische Glajchwertlech.
----------------------------------


Ejn nar macht a ssach naronim.

*

In a mikwe senen ale glajch.

*

Daless is nischt kajn bisojen, ber ojch nischt kajn kowed.

*

Schpaj nischt in brunem-efscher wesstu darfn fun im trinken wasser.

------------------------------------
Shalom,
Mande

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