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#1

RE: Biografisches

in Märchen von Wilhelm Hauff 12.04.2006 15:28
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

bei Wickipedia gefunden:

Leben
geboren: 29. November 1802 in Stuttgart

Wilhelm Hauffs Vater August Friederich Hauff war Regierungs-Sekretarius in Stuttgart. Als er 1809 starb, zog die Mutter mit ihren vier Kindern (Hermann, geb. 1800; Marie geb. 1806; Sophie, geb. 1807 ) zu ihrem Vater Karl Friederich Elsässer nach Tübingen.

Wilhelm Hauff besuchte das Gymnasium in Tübingen sowie von 1817 an die Klosterschule in Blaubeuren und studierte von 1820 bis 1824 Theologie am Evangelischen Stift in Tübingen, wo er zum Dr. phil. promovierte. Er war Mitglied der Tübinger Burschenschaft Germania.


Von 1824 bis 1826 arbeitete Hauff als Hauslehrer in Stuttgart bei Ernst Eugen Freiherr von Hügel und reiste danach durch Frankreich und Norddeutschland. 1827 wurde er Redakteur des Cottaschen "Morgenblattes für gebildete Stände".
Im Jahre 1827 heiratete Hauff seine Cousine Luise Hauff, die ihm am 10. November des selben Jahres ein Kind gebar. Nur eine Woche später, am 18. November 1827, verstarb Hauff infolge eines Nervenfiebers ("Schleimfieber"), das er sich während einer Reise durch Tirol zugezogen hatte. Sein Grab befindet sich auf dem Hoppenlau-Friedhof Stuttgart.
Hauff war nur ein kurzes Leben beschieden. Durch seine Märchen, die mehrfach verfilmt wurden, wurde er unsterblich. Zu seinem Gedenken wurde der Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur gestiftet.


Werke
Wilhelm Hauffs kurze literatische Schaffensperiode begann im Jahre 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satan, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs. Lichtenstein (1826), ein romantischer Roman, war bis ins 20. Jahrhundert neben seinen Märchen sein bekanntestes Werk. Herzog Wilhelm von Urach, Angehöriger einer Nebenlinie des regierenden Hauses Württemberg, ließ sich durch den Roman anregen, das alte Forsthaus auf dem Lichtenstein zu erwerben und darauf eine historistische Burg errichten zu lassen. Auch eine Oper, Theaterstücke und Dramatisierungen für das Scherenschnittheater trugen zur Popularisierung des Romans bei.


Märchen
Hauffs Märchen fallen in die spätromantische Literaturphase nach den scharfen Zensurbestimmungen der Karlsbader Beschlüsse im Jahre 1819. Der erste Band um die Rahmenerzählung Die Karawane ist gekennzeichnet von hohem Einfühlungsvermögen in die orientalische Lebensweise; er enthält bekannte Märchen wie Kalif Storch und Der kleine Muck. Der zweite Band um den Scheich von Alessandria und seine Sklaven verlässt den rein orientalischen Handlungsraum; Zwerg Nase und einige z. B. von Wilhelm Grimm übernommene Märchen stehen in der europäischen Märchentradition. Sein dritter Band, Das Wirtshaus im Spessart, behandelt eher Sagenstoffe als Märchen; die Schwarzwaldsage Das kalte Herz ist die bekannteste dieser Sagen.

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Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 für Söhne und Töchter gebildeter Stände (1825)
Märchen als Almanach (Einleitung)
Die Karawane (Rahmenerzählung)
Die Geschichte vom Kalif Storch
Die Geschichte von dem Gespensterschiff
Die Geschichte von der abgehauenen Hand
Die Errettung Fatmes
Die Geschichte vom kleinen Muck
Das Märchen vom falschen Prinzen
Märchen-Almanach auf das Jahr 1827 für Söhne und Töchter gebildeter Stände (1826)
Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven (Rahmenerzählung)
Der Zwerg Nase
Abner, der Jude, der nichts gesehen hat
(Der arme Stephan - von Gustav Adolf Schöll)
(Der gebackene Kopf - von James Justinian Morier)
Der Affe als Mensch (Der junge Engländer)
(Das Fest der Unterirdischen - von Wilhelm Grimm)
(Schneeweißchen und Rosenrot - von Wilhelm Grimm)
Die Geschichte Almansors
Märchen-Almanach auf das Jahr 1828 für Söhne und Töchter gebildeter Stände (1827)
Das Wirtshaus im Spessart (Rahmenerzählung)
Die Sage vom Hirschgulden
Das kalte Herz (In zwei Teilen in die Rahmenerzählung eingefügt)
Saids Schicksale
Die Höhle von Steenfoll - Eine schottländische Sage

Roman
Lichtenstein (3 Bände, 1826)
In König Laurins Rosengarten

Satiren
Der Mann im Mond oder Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme (erschienen 1825 unter dem Namen des populären H. Clauren);
Mittheilungen aus den Memoiren des Satan (1825/1826, 2 Bände)
Controvers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond, gehalten vor dem deutschen Publikum in der Herbstmesse 1827

Erzählungen
Othello (1826)
Die Sängerin (1826)
Die Bettlerin von Pont des Arts (1827)
Jud Süß (1827)
Die letzten Ritter von Marienburg
Das Bild des Kaisers
Phantasien im Bremer Ratskeller, ein Herbstgeschenk für Freunde des Weines (1827)
Die Bücher und die Lesewelt
Freie Stunden am Fenster
Der ästhetische Klub
Ein Paar Reisestunden

Sage
Der Reußenstein

diese Produktivität ist mir fast unbegreiflich ebenso die geistige Reife seiner Werke; man bedenke, er starb mit 25


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#2

RE: Biografisches

in Märchen von Wilhelm Hauff 29.09.2007 11:08
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Wilhelm Hauff (1802-1827)


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Wilhelm Hauff wurde am 29. November 1802 in Stuttgart geboren.
Sein Vater, ein Jurist im Regierungsdienst, starb am 2. Februar 1809 - zu diesem Zeitpunkt war Wilhelm erst sieben Jahre alt. Der Tod seines Vaters bedeutete für ihn einen schweren Verlust.
Nach dem Tod ihres Mannes zog Wilhelms Mutter (Wilhelmine Hauff) mit ihren vier Kindern (Wilhelm, geb. 1802; Marie, geb. 1805; Sophie, geb. 1807; Hermann, geb. 1808) zu ihrem Vater nach Tübingen.
Von seiner Mutter dürfte Wilhelm sein literarisches Talent geerbt haben - sie galt als fantastische Geschichtenerzählerin.

Zunächst besuchte Wilhelm die Lateinschule in Tübingen, 1817 trat er dann in das Internat der Klosterschule in Blaubeuren (nahe Ulm) ein.
Im Jahre 1820 erhielt Wilhelm ein Stipendium und begann am (evangelischen) Tübinger Stift Theologie, Philosophie und Philologie zu studieren. Er beendete 1824 seine Studien und promovierte 1825 zum Dr. phil.
Bereits während seiner Studienzeit wurde Wilhelm klar, dass er den Beruf des Pfarrers nicht ausüben würde - in dieser Zeit schrieb er schon erste Gedichte und gab auch eine Sammlung von Volksliedern heraus.

1824 nahm Wilhelm Hauff eine Stelle als Hauslehrer und Hofmeister beim württembergischen Kriegsratspräsidenten Ernst Eugen Freiherr von Hügel in Stuttgart an. Diese Stellung ließ ihm genügend Zeit, um seine literarischen Projekte weiter zu verfolgen.

Im Jahre 1825 erschien sein Werk "Mitteilungen aus den Memoiren des Satans", welches sofort für Aufregung sorgte und das zeitgenössische Universitäts- und Gesellschaftsleben zum Inhalt hatte.
Bei diesem Werk zeigt sich deutlich der Einfluss von E. T. A. Hoffmann. Noch im selben Jahr brachte er den Roman "Der Mann im Mond oder der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme" heraus, durch den er aufgrund eines Skandals auf einen Schlag bekannt wurde:
Hauff hatte diesen Roman unter dem Pseudonym H. Clauren geschrieben, ein Pseudonym, das bereits von Carl Heun, einem Autor von Trivialliteratur, verwendet wurde. Angeblich wollte er dadurch den schlechten Stil Heuns persiflieren. Durch den darauf folgenden Gerichtsprozess gegen seinen Verlag geriet Hauff in die Schlagzeilen und wurde als wahrer Autor des Romans bekannt.
Nicht zuletzt aufgrund des Prozesses fand der Roman reißenden Absatz.

Im November 1825 erschien auch der erste seiner drei Märchen-Almanache, "Die Karawane", eine ersten Sammlung von Märchen, die in eine Rahmenhandlung eingebettet sind.
In dieser Märchensammlung finden sich so bekannte Märchen wie "Die Geschichte von Kalif Storch" oder "Die Geschichte von dem kleinen Muck".
Im April 1826 gab Wilhelm Hauff seine Hauslehrer- und Hofmeisterstelle bei von Hügel auf und begab sich auf eine Bildungsreise, die ihn nach Frankreich, Flandern sowie Nord- und Mitteldeutschland führte. Auf dieser Reise traf er unter anderen auch mit Wilhelm Grimm zusammen.

1826 erschien sein historischer Roman "Lichtenstein", welcher in der Ritterzeit spielt.
Im selben Jahr brachte er noch die Erzählungen "Othello" und "Die Sängerin" sowie eine Fortsetzung der "Memoiren des Satans" heraus.
Ebenfalls 1826 stellte er die Novelle "Die Bettlerin vom Pont des Arts" sowie die beiden restlichen Märchen-Almanache "Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven" und "Das Wirtshaus im Spessart" fertig.
In diesen beiden Märchen-Almanachen finden sich ebenfalls wieder bekannte Märchen, wie z. B. "Der Zwerg Nase". Auch diese beiden Märchen-Almanache umfassen die Märchen mit einer Rahmenhandlung.

Am 1. Jänner 1827 übernahm der mittlerweile bekannte und geschätzte Wilhelm Hauff das "Morgenblatt für gebildete Stände" als Redakteur. Diese Stellung sicherte ihn finanziell ab und erlaubte ihm nun die Heirat mit seiner Cousine Luise Hauff, die er erst 1823 kennen gelernt hatte und mit der seit 1824 verlobt war.
Die Hochzeit fand am 13. Februar 1927 statt.
1827 entstanden noch die Novellen "Die letzten Ritter von Marienburg", "Jud Süß" und "Das Bild des Kaisers" sowie das Werk "Phantasien im Bremer Rathskeller".

Als nächstes Werk hatte Wilhelm Hauff einen Roman über den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer geplant.
Um für diesen Roman zu recherchieren, fuhr er im August 1827 nach Tirol. Schwer erkrankt kam er von dieser Reise zurück und starb dann am 18. November 1827 am Nervenfieber.
Er liegt auf dem Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart begraben.
8 Tage vor seinem Tod, am 10. November 1827, brachte Wilhelm Hauffs Frau sein einziges Kind, seine Tochter Wilhelmine, zur Welt.

Wilhelm Hauffs Intention war es nicht eigentlich, zeitlose Werke zu schaffen, sondern er wollte die Neigungen der Leser befriedigen.
Obwohl ihm das schon zu Lebzeiten oft Kritik einbrachte, haben vor allem seine Märchen bis heute nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt.

(Wolfgang Varga)


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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