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RE: Pinoccio,Zäpfelkern und Burattino

in Bücher 28.05.2007 10:24
von Gemini | 11.637 Beiträge | 12100 Punkte

Fast 115 Jahre ist er alt, und noch immer vermag er Kinder und Erwachsene in seinen Bann zu ziehen, der sprechende Holzklotz, der von seinem Vater eine Gestalt bekam und ein richtige Junge werden wollte.

Im Jahr 1883 erschien das Märchenbuch "Pinocchios Abenteuer" in Italien, der Autor war Carlo Collodi.
Die erste Übersetzung ins Deutsche erschien 1905 und trug den Titel "Hippeltitsch's Abenteuer". Schon im gleichen Jahr erschien eine Übersetzung des Dichters Otto Julius Bierbaum unter dem Titel "Zäpfelkerns Abenteuer",die schnelle Verbreitung fand.
Der russische Dichter Alexej Tolstoi lies sich von ihm insperieren und schrieb "Das goldene Schlüsselchen".

Carlo Collodi wurde 1826 in Florenz geboren. Bekannt wurde er durch Übertragungen der Märchen des französischen Dichters Perrault ins Italienische sowie durch eigene Kinderbücher.

Im Gegensatz zu vielen italienischen Literaten seiner Zeit verwandte er eine volksnahe Sprache. Er redete die kindlichen Leser seiner Bücher direkt an und erreichte dadurch eine große Nähe zu ihnen. Dabei machte er aus seinen erzieherischen Absichten keinen Hehl.
Sätze wie: "Weil Kinder, wenn sie nicht auf die Ratschläge derjenigen hören, die klüger sind als sie, immer in irgendein Unglück hineinrennen."
Oder Pinocchios Fazit: "Wie viel Unglück ist mir doch schon zugestoßen! Und ich habe es verdient! Ich bin ein starrköpfiger Junge, immer will ich nur meinen eigenen Kopf durchsetzen, ohne auf die zu hören, die mich lieb haben und die tausendmal klüger sind als ich! Kann es wohl einen undankbareren und herzloseren Jungen geben als mich?"
Die Erlebnisse der Holzpuppe Pinocchio sind so anschaulich, humorvoll und spannend erzählt, dass die pädagogischen Belehrungen nur wenig ins Gewicht fallen.
Pinoccio hatte von Anfang an ein "ungestümes, gutes Herz". Durch die vielen selbst verschuldeten Leiden ist er gereift und arbeitet selbstlos für den Lebensunterhalt seines kranken Vaters und für die Genesung der Fee, die ihm mehrmals das Leben gerettet hatte. Dieser selbstlose Fleiß bewirkt die Verwandlung der Marionette in einen "richtigen Jungen", der nun charakterstark ist und weiß, "dass jeder, der auf ehrliche Weise ein paar Groschen zusammenbringen will, sie sich mit seiner eigenen Hände Arbeit oder mit seinem eigenen Verstand verdienen muss."


Ich liebe alle drei Fassungen sehr und mag es gar nicht, wenn jemand die eine über die andere stellt.
Die Krone gehört dem Erschaffer der Figur, Carlo Collodi. Die kindgerechteste Erzählweise findet man bei Alexej Tolstoi
und Otto Julius Bierbaum erzählt so unterhaltend ironisch, dass es auch für Erwachsene ein Lesevergnügen ist.

Zäpfelkern auf Gutenberg


Liebe Grüße
Bettina

Rezitante und Musäusfan-ny
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