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RE: Engel und Engelkult • Absender: Gemini, 07.01.2010 17:04

Erfahrungsbericht eines Lesers der GEO-Sonderausgabe ENGEL

http://www.ciao.de/GEO_Magazin_Magazin__Test_1396944

Zitat
Engel

Seit mehr als 5000 Jahren glauben die Menschen an Engel. Früher wurden sie von den Sumerern und den Babyloniern als geflügelte, monumentale Wesen dargestellt. Bei den Römern hatten nicht alle Engel das Recht auf Flügel, sondern nur die höchsten Rangstufen. Die Seraphim hatten sogar 6 Flügel. Mit zweien bedeckten sie ihr Antlitz, mit zweien ihre Füße und mit zweien flogen sie. Das frühe Christentum aber, daß den heidnischen Engelkult absetzen wollte, stellte sie flügellos und männlich erdennaher dar. Erst im 5. Jahrhundert erhielten auch die christlichen Götter Flügel, aber anfangs waren diese Engel noch durch byzantinischen Einfluss wehrhaft. Erst in der Frührenaissance wurden Eros, Frauen- und nackte Kinderengel populär. Im ausgehenden Mittelalter wurden die Engel mit Emotionen versehen: Freude bei Jesu Geburt und Trauer bei seiner Grablegung. Im 14. Jahrhundert wurde der weibliche Engel mit Blumen und Harfe spielendevon den Künstlern entdecktund in Renaissance und Barock schrumpfte der Engel sogar zum Kleinkind, zur Putte. Als kleine Knaben waren die Engel nackt oder nur leicht bekleidet, flügellos oder mit Flügeln. Er wurde verniedlicht und der früheren Mode entsprechend war er dicklich und so wurde er für die Menschen leichter zugänglich als die mächtigen, furchtteinflößenden und wehrhaften Engel. Da der Engel so geschwächt war verschwand er erst einmal ganz von der Bühne.
Die gesamte Christenheit nahm das den Erzengel Michael für ihr Wohl in Anspruch. Im 11. Jahrhundert richtete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation etliche „Michelsberge“ ein, damit Michael, der auch von den Griechen, Portugiesen und Franzosen zum Patron gekürt worden war, definitiv zum Engel der Deutshcen gemacht wurde. Daher ist der „Michel“ das Wahrzeichen der Deutschen.
Den ersten Stoß versetze ihm die Reformation mit Martin Luther, der dem Engel kleine Aufgaben bei der Organisation der Welt und des Menschenlebens zugestand. Er lehnte aber den Aberglauben, daß durch das Vorzimmer der Engel die Tür zu Gott führe, ab. Jean Calvin zweifelte daran, daß jedem Gläubigen ein Schutzengel zustand. Bereits in der spirituellen Welt des alten Orient war der geflügelte Genius bekannt, der auch später noch bei den Römern Beschützer von Haus und Familie verehrt wurde.
In der Gegenreformation wurden weiterhin gab es noch weiterhin Engelbruderschaften und Schutzengelfeste, aber im 18. Jahrhundert verstieß die Aufklärung die Engel ganz in das Reich der Legende.


Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert, mit Beginn der Zweiten Industriellen Revolution, bekamen die Engel wieder eine Chance. Zu dieser Zeit begann auf der ganzen Welt die Oberschicht damit, Gläser und Tische zu rücken und Geister zu beschwören. Theo- und Anthroposophen suchten Kontakt mit dem Unsichtbaren, das seine technische Metapher in der Elektrizität gefunden hatte.
1989 begann die „Renaissance der Engel“. Zu ihren Ehren wurden Veranstaltungsreihen eröffnet mit Engelsmeditationen, Ausstellungen und Gesprächsabende über Gabriel (Bote Gottes), Michael (Bekämpfer des Teufel und Anführer der himmlischen Heerscharen, Vertrauter Gottes, Fürsprecher der Menschen bei Gott), Raphael (Schutzpatron der Pilger, Reisenden und Apotheker; hebr. „Gott hat geheilt“) und Uriel (einer der höchsten Götter, Regent der Sternenwelt und des Engelheeres; hebr. „Mein Licht ist Gott“).
Weil wir Radio hören können, telefonieren und kommunizieren können ohne den anderen dabei zu sehen und so hunderte von Kilometern problemlos überbrücken können fällt es uns heute leichter an Engel, diese Wesen aus Licht, glauben zu können. Wir können leichter an sie glauben, weil wir täglich drahtlose Nachrichten versenden und so können wir eher annehmen, daß die „Telefonate“ mit den Engeln durch uns hindurch gehen. Engel können sich von A nach B bewegen, ohne Zwischenräume zu durchmessen. Und so können sie an dem einen Zweitpunkt an dem einen, und an dem anderen Zeitpunkt an dem anderen Ort sein, ohne daß eine Zwischenzeit vorhanden ist. Diese Leitsung, welche den Engeln schon im Mittelalter zugetraut wurde, ist durch die raumvernichtende allgegenwart des Internets vorstellbar. Und nach Johannes Damascenus erscheinen sie nicht so, wie sie sind, „sondern so, wie die Sehenden sie sehen können“. Engel ließen sich als Verkörperung der neuen Wirtschaftsstruktur interpretieren: service-orientiert, flexibel und mobil. Da so viele Verbingungen zwischen Engeln und der heutigen Zeit gezogen werden können, ist es kein Wunder, daß Mitte der 90ziger Jahre 70% der Amerikaner an Engel glaubten und 30% behaupteten sogar schon einmal einen gesehen oder gefühlt zu haben. In Deutschland konnte das nur jeder Zehnte von sich behaupten, aber jeder Zweite Deutsche glaubt an einen persönlichen Schutzengel. In dieser als zerrissen und haltlos empfundenen Welt gibt es ein stark ausgeprägtes Schutzbedürfnis, weshalb sich auch so viele Menschen an den Schutzengelglauben hängen. Der Engel ist wie ein Therapeut und ein Notarzt, der 24 Stunden das ganze Jahr über die ganze Zeit bereit ist uns bei unseren Problememen zu helfen, und der uns bei seinen „Behandlungen“ nicht einmal weh tut. Engel sind immer in Bewegung, sie stehen niemals still und deswegen erkannt man sie meistens erst, wenn sie schon vorübergegangen sind. Aber trotzdem sind Engel immer da, man würde ohne sie nicht existieren können. Man kann Engeln nicht rufen, sie sind plötzlich da.
(Aus einem Interview von GEO und Drewermann, Theologe und Psychoanalytiker)
Da die Kirche auf viele durch ihren zu großen Wunsch nach Kontrolle etwas ängstigend wirkt und weil sie fern gerückt ist, suchen und finden offenbar viele ihr religiöses Bedürfnis in den Engeln und viel mehr Menschen glauben an sie als an Gott. Den intimen Trost , den die Meschen früher in der Kirche gefunden haben, geben ihnen jetzt die Vorstellung einer persönlichen Zuwendung und Schutz von den Engeln. Hier finden sie Halt und Geborgenheit. Im Engelsglauben lassen sich viele Elemente finden, die in der Kirche weggeredet wurden und weshalb da das Gefühl der Sicherheit fehlt. Die Engel sind selbstständig geworden, sie sind im Glauben vieler nicht mehr an das Christentum geknüpft. Der Engel ist ganz nah bei der Erfahrung der Liebe angesiedelt und viele glauben, daß wenn die Engel zu uns kommen werden, daß sie dann in der Sprache der Liebe zu uns sprechen werden. (Rainer Maria Rilke: Engel sind der untere Rand des Schönen, das wir gerade erst begreifen.) Wir wollen, daß unser verlorenens Leben umfangen und behütet ist. All diese Sicherheit, diesen Halt meinen viele in diesen wundersamen Lichtwesen, den Engeln, zu finden


Engel
Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
manchmal sind sie alt und häßlich und klein,
die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.
Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
er hört, wenn du rufst, in der Nacht,
der Engel.
Er steht im Weg, und er sagt : Nein,
der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein -
Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Rudolf Otto Wiemer


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